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Current group: bln.politik.
Opel, Karstadt usw. armes Deutschland in allernächster Zukunft
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 | | From: | Edmund Müller | | Subject: | Opel, Karstadt usw. armes Deutschland in allernächster Zukunft | | Date: | Thu, 14 Oct 2004 21:05:08 +0200 |
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 | Hallo NG,
Merkt eigentlich keine Partei oder Regierung, was hier langsam (jetzt vielleicht schon gallopierend) vor sich geht?
Ich finde es toll. Globalisierung (heißt wohl ich muß mich demnächst an den Lebensstandard eines ausgebeuteten Chinesen anpassen), EU (billige Arbeitskräfte im Osten, die schon nach meinem Arbeitsplatz greifen) und massenhaft Arbeitslose (meine Neffen und Nichten auch, und was soll mal aus meinem Sohn in ein paar Jahren werden?)
In der guten alten Zeit, da hat man sein Land bzw. den dort erreichten Lebensstandard gegen Billigkonkurrenz mit Zöllen an den Grenzen geschützt. Ich pfeife auf die EU, wenn das die Folgen sind:
35-Std.-Woche, 6 Wochen Urlaub, war vor nicht allzu langer Zeit in D mal üblich. Einige dachten sogar über 30-Std.-Woche nach.
Jetzt heißt es wieder 40 Std. (oder 42, wie bei Karstadt), Urlaubsverzicht, Lohn- und Gehaltsverzicht und alles noch kombiniert. Wie lange soll das weitergehen, bis wir uns an die Ärmsten angepaßt haben? Gerechtigkeit in Form für gleiche Armut für alle?
Wurde das Volk überhaupt jemals über die EU befragt? Ich finde, die Entscheidung wurden über unsere Köpfe von ein paar Politikern gemacht. Diese repräsentative Demokratie, in denen man mal alle vier Jahre bedingt und an sich ungenügend steuernd eingreifen kann, kommt mir so vor, als würde ich mit 180 über die Strassen rasen und nur alle 5 Minuten mal am Lenkrad drehen ! Demokratie heißt wohl Volksherrschaft. Wir haben die Herrschaft einer kleinen abgehobenen Politikerkaste, die uns, das Volk, für zu dämlich bzw. primitiv hält, um die "großen Dinge der Politik", die es aber leider höchst selbst betreffen, in die Hand zu nehmen
Meines Erachtens hat deswegen die ganze EU ein großes Legitimationsproblem. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob jemals die Mehrheit der Deutschen dafür war, und das ganze nur auf die romantischen Ideen der Politikerkaste, die meinen zu wissen, was gut ist für das Volk, beruht.
Es gibt wohl keine einfachen Lösungen, schon gar keine, die eine Reihe von Leuten bzw. Nachbarn nicht vor den Kopf stoßen, aber man darf auch eigene (Überlebens-)interessen haben.
Die Arbeitgeber verweisen auf billige Arbeitskräfte im Ausland? Schön, dann sollen Sie ihre Produkte auch auf diesen Märkten verkaufen. Wer außerhalb von D prodziert und auf unseren 80-Millionen-Menschen-Markt will, muß dann eben Zoll an den Grenzen berappen. Alles was in D hergestellt werden kann muß mit Zöllen gegen Dumpingpreise aus dem Ausland geschützt werden.
Diese Megafreihandelszone EU mindert unseren Lebensstandard. Diese alte Leier, wir seien eine Exportnation, und profitieren vom freien Handel hat ja offensichtlich bald ausgespielt. Was sollen wir eigentlich noch exportieren, wenn keiner mehr hier Arbeit hat?
Ohne Kehrtwende sind wir bald ein Armenhaus.
Fange schon mal an, mich auf harte Zeiten vorzubereiten... Edmund
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 | | From: | Troll | | Subject: | Re:_Opel,_Karstadt_usw._armes_Deu | | Date: | Sun, 17 Oct 2004 15:50:41 +0200 |
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Edmund Müller schrieb:
> Hallo NG, > > Merkt eigentlich keine Partei oder Regierung, was hier langsam (jetzt > vielleicht schon gallopierend) vor sich geht?
Doch ja- schon. Man steuert z.Zt. gerade um.
> > Ich finde es toll. Globalisierung (heißt wohl ich muß mich demnächst an den > Lebensstandard eines ausgebeuteten Chinesen anpassen), EU (billige > Arbeitskräfte im Osten, die schon nach meinem Arbeitsplatz greifen) und > massenhaft Arbeitslose (meine Neffen und Nichten auch, und was soll mal aus > meinem Sohn in ein paar Jahren werden?)
Es wird Zuwanderern heftig der Wind ins Gesicht blasen- aber in ganz Europa. Die Maerkte werden sich erholen und nur die Menschen dulden,die sich vernuenftig anpassen konnten, umschulen liesen und mind. 2 Sprachen beherrschen.
> > In der guten alten Zeit, da hat man sein Land bzw. den dort erreichten > Lebensstandard gegen Billigkonkurrenz mit Zöllen an den Grenzen geschützt. > Ich pfeife auf die EU, wenn das die Folgen sind: > > 35-Std.-Woche, 6 Wochen Urlaub, war vor nicht allzu langer Zeit in D mal > üblich. Einige dachten sogar über 30-Std.-Woche nach. > > Jetzt heißt es wieder 40 Std. (oder 42, wie bei Karstadt), Urlaubsverzicht, > Lohn- und Gehaltsverzicht und alles noch kombiniert. Wie lange soll das > weitergehen, bis wir uns an die Ärmsten angepaßt haben? Gerechtigkeit in > Form für gleiche Armut für alle? >
Nein- das ist nur in einer Uebergangsphase der Fall, bis wir in Europa ein "christliches Teilen" durchgefuehrt haben, das den Lebensstandard der reicheren Mitgliedslaender druecken wird und den der armen EU-Staaten hebt. Im Schnitt werden wir wieder kleinere Broetchen backen.
> Wurde das Volk überhaupt jemals über die EU befragt? Ich finde, die > Entscheidung wurden über unsere Köpfe von ein paar Politikern gemacht. Diese > repräsentative Demokratie, in denen man mal alle vier Jahre bedingt und an > sich ungenügend steuernd eingreifen kann, kommt mir so vor, als würde ich > mit 180 über die Strassen rasen und nur alle 5 Minuten mal am Lenkrad drehen > ! Demokratie heißt wohl Volksherrschaft. Wir haben die Herrschaft einer > kleinen abgehobenen Politikerkaste, die uns, das Volk, für zu dämlich bzw. > primitiv hält, um die "großen Dinge der Politik", die es aber leider höchst > selbst betreffen, in die Hand zu nehmen >
Diese Auffassung haben viele Menschen und so kommt der Wahlverzicht und dieses unseelige Aufflammen von braunen Parteien.
> Meines Erachtens hat deswegen die ganze EU ein großes Legitimationsproblem. > Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob jemals die Mehrheit der Deutschen > dafür war, und das ganze nur auf die romantischen Ideen der Politikerkaste, > die meinen zu wissen, was gut ist für das Volk, beruht. >
Gut, "viel wissen bedeutet noch nicht Verstand" - sagte mal ein unbekannter Autor- studieren alleine genuegt hier ganz offensichtlich nicht, um den Ueberblick zu behalten. Was wir hier im Volk jedoch nicht wissen und nicht in Erfahrung bringen koennen sind Vorvertraege und Abkommen,die ueber Jahrzehnte festgeschrieben sind- z.B. Wiedervereinigungsklauseln, Wiedergutmachungsverstraege etc. Deshalb fehlt diese Variable in der Bemessung von meiner Sicht aus ...
> Es gibt wohl keine einfachen Lösungen, schon gar keine, die eine Reihe von > Leuten bzw. Nachbarn nicht vor den Kopf stoßen, aber man darf auch eigene > (Überlebens-)interessen haben. >
Sagen wir es mal platt: Ein Angelernter oder Handwerker muss auch nicht mit einem Audi 6 Zylinder zur Arbeit pendeln - oder 2 x im Jahr in Urlaub fliegen?!
> Die Arbeitgeber verweisen auf billige Arbeitskräfte im Ausland? Schön, dann > sollen Sie ihre Produkte auch auf diesen Märkten verkaufen. Wer außerhalb > von D prodziert und auf unseren 80-Millionen-Menschen-Markt will, muß dann > eben Zoll an den Grenzen berappen. Alles was in D hergestellt werden kann > muß mit Zöllen gegen Dumpingpreise aus dem Ausland geschützt werden. >
Eine Zeit ging das- nun sind die Grenzen offen- die Schlagbaeume gefaellt.. "Geiz ist geil" foerdert Diskounter und die Zahlungsmoral der Buerger - besonders die der Unternehmen ist schlecht wie nie.
> Diese Megafreihandelszone EU mindert unseren Lebensstandard. Diese alte > Leier, wir seien eine Exportnation, und profitieren vom freien Handel hat ja > offensichtlich bald ausgespielt. Was sollen wir eigentlich noch exportieren, > wenn keiner mehr hier Arbeit hat? > > Ohne Kehrtwende sind wir bald ein Armenhaus. > > Fange schon mal an, mich auf harte Zeiten vorzubereiten... > Edmund
Gemach Gevatter! Mein Ex-Schwager hatte mal einen Spruch ueber dem Ehebett haengen:
"Immer wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt wie von irgendwo ein Lichtlein her..."
Dieser Spruch war so saftig in seiner Menschlichkeit, dass ich ihn so lange behalten habe!
Wir muessen uns nur auf unsere alten Werte besinnen und ganz spezielle Dinge produzieren, die in unserem Land- bitteschoen mit unseren Leuten- besser herstellen koennen als sonstwo in der Welt. (Wie andere Laender ebensolche Spezialitaeten besitzen, die wir gerne importieren!) Man muss nicht "auf jeder Hochzeit tanzen" - oder? Zudem liegt es am inl. Verbraucher, wenn er verstaerkt Produkte aus Fernost kauft- oder? Ein weiterer Faktor ist die Gier, die man schoen bei dem Preisverfall der T-online-Aktie sehen kann, wo sich die Leute ihren eigenen Arbeitsplatz unterm Hintern wegrationaliert haben , nur damit sie als "Aktionaere" ein paar Dividenten erhalten wollten... Wir sind die eigenen Totengraeber!
-- Harald und der Plätzchenwolf:
http://de.geocities.com/thebabastar/Peterchen.html
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 | | From: | Mark | | Subject: | Re: Opel, Karstadt usw. armes Deutschland in allernächster Zukunft | | Date: | Tue, 19 Oct 2004 20:20:21 +0200 |
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 | "Edmund Müller" schrieb im Newsbeitrag news:2ta3glF1udiqiU1@uni-berlin.de... > Hallo NG, > > Merkt eigentlich keine Partei oder Regierung, was hier langsam (jetzt > vielleicht schon gallopierend) vor sich geht?
Doch, man weiß sehr genau, was man tut. Nicht nur die Regierung (unsere - will ich schon gar nicht mehr sagen), sondern auch Konzerne und Finanzsystem.
Wirtschaft will Gewinnmaximierung und achtet nicht mehr auf sozialen Frieden, der ist inzwischen relativ egal. Man hat von und aus den USA gelernt, dies vermischt sich bei uns komplex mit westdeutschem Beamtentum und ostdeutschem Stasi-Mentalismus, und diese Mischmaschine produziert tief stinkenden Quark.
Aber die Spitze ist noch nicht erreicht, noch lange nicht, denn es gibt noch viel zu entlassen.
Ein Lichtblick: Die Opel-Arbeiter, die gottseidank ihrem Betriebsrat nicht mehr trauen und weiterstreiken. Hätten wir das auch mal getan, wir wären besser gefahren, als den gekauften und kündigungsgeschützten Betriebsräten zu trauen.
Aber nun ist es zu spät.
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