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_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder

_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder  
Wolfgang
 Re: Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder  
Thorsten Haupts
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Carsten Mueller
 Re: Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder  
Bernhard Mayer
 Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder  
Samanera
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Roger McLassus
 Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder  
Samanera
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Roger McLassus
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Norbert Müller
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Volker Greulich
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Norbert Müller
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Friedrich Stockhammer
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Jan Kuna
 Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder  
Wolfgang
 Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder  
Jan Kuna
 Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder  
Wolfgang
From:Wolfgang
Subject:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder
Date:Sun, 14 Nov 2004 10:33:45 +0100
Guten Tag, hier der F-T-A Letter, fast ungekürzt,
damit den Bush-Anhängern etwa im halse hängen bleibt......
Ins Netz gestellt von:
Wolfgang

http://ethik-portal.tk/

Moin moin allerseits,

1. Falludscha: Soldaten sind Mörder...
2. Arundhati Roy: Über vermeintlichen Friede, Terror und Krieg
3. Nahost: Radio "All For Peace"
4. Irak: Militanter Widerstand für Ausweitung der bewaffneten Kämpfe
5. Irak: Genfer Konvention nur zum Stiefel putzen
6. Aus "Venezuela Avanza"
7. Bundesdeutsche Medien und Abu Ghraib
8. Ultra-orthodoxer Rabbiner trauert um Arafat
9. Ergänzungen
~~~~~~~~~~~~ Ein andauerndes Massaker...
~~~~~~~~~~~~ Elsässer als SF-Autor: "Der Untergang"
~~~~~~~~~~~~ NL: Offener Brief aus Iso-Haft
~~~~~~~~~~~~ Motassadeq-Prozeß
~~~~~~~~~~~~ Mzoudi-Prozeß
~~~~~~~~~~~~ Folterprozeß gegen Daschner
10. Wem die Politiker-Zitate mitunter fehlen...

======================================================================

1. Falludscha: Soldaten sind Mörder...

....erst recht, wenn sie von Bush besoldet werden.

Ein GI hat sich von einem "eingebetteten" Journalisten mit der Kamera
bei einem Kriegsverbrechen filmen lassen: er ermordete einen
verwundeten Iraker (war es überhaupt ein Gegner?).

Der Journalist hat ihn nicht etwa dabei "ertappt", sondern wurde zum
kaltblütig protokollierenden Komplizen. Wie anders ist seine Äußerung
zu verstehen:

"An insurgent is eliminated. The sweep of Falluja can continue"

http://www.informationclearinghouse.info/video1043.htm

Das Video im direkten Zugriff, die Stelle beginnt et wabei115Min.

http://www.informationclearinghouse.info/video1/r35297_87992.rm
(Fall nur Streifen erscheinen, einfach das Fenster etwas größer ziehen)

Es dürfte für die Angehörigen und Freunde des Mordopfers kein Trost
sein, daß das rettende Krankenhaus vielleicht ausgerechnet das gewesen
wäre, welches die US-Soldateska ein paar Tage zuvor bombardiert und
zerstört hatte.

Wundert sich immer noch jemand, warum es im Irak sowohl gewaltfreien
als auch militanten Widerstand gibt?

Wundern sollte man sich allenfalls darüber, daß es noch keine Iraker
(oder Menschen anderer von den USA völkerrechtswidrig überfallener
Staaten gibt), die die Auseinandersetzung - gewaltfrei oder militant -
"im Herzen der Bestie" suchen.

Gezeigt wurde der Film im australischen Fernsehen:

I have just witnessed a murder on my TV screen. While watching
Lateline on Australian ABC television there was a report from
Fallujah. In the story they showed a marine saying, "I've just
injured one, he's between the two buildings". At that moment
another marine walks over to the gap between the two houses, he
then climbs on a forty four gallon drum aims his gun at the
injured Iraqi and fires one shot. The marine then climbs back
down saying, "He's done".
....

http://mparent7777.blog-city.com/read/905415.htm

Mal schauen, ob und wann der Film deutsche Medien erreicht.

Allgemeiner zu Falludscha: die Allawi-"Regierung" hat die Schlacht um
Falludscha am Sonnabend pro forma für beendet und gewonnen erklärt.
Das hatten sie ihrem obersten Führer Bush, dem der Bundeskanzler
uneingeschränkte Solidarität in Sachen "Krieg gegen den Terror"
versprochen hatte, zugesagt.

Schlacht hat übrigens nicht nur vom Wortstamm her, sondern auch in der
grausigen Realität etwas mit Abschlachten zu tun. Oder wie sollte man
es nennen, wenn ein Kampf auf der einen Seite offiziell an die 20
Menschenleben kostet, auf der anderen jedoch wenigstens 1.000 bereits
jetzt von den Siegern zugegebene tote *Aufständische* - sprich:
Kämpfer* - gibt? Mit gemeinem Krieg hat dies nichts zu tun, mit Morden
und Sengen hingegen sehr viel.

Spiegel 13.11.2004:
"Irakische Regierung stoppt Offensive"
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,327811,00.html


Die US-Militärs bestätigen jedoch "das Ende" jedoch noch nicht. Sie
haben ja auch erst 80% der Stadt, in welchem Zustand auch immer,
zurückerobert.

STANDARD 14.11.2004 (APA/AP):
"Offensive in Falluja doch noch nicht beendet"
http://derstandard.at/?id=1857555

Und wie viele Zivilisten sind diesem kalt kalkulierten Morden zum
Opfer gefallen? Und wie konnte es geschehen, daß nach anderer Quelle
2.000 Aufständische aus dem Belagerungsring von über 10.000 Soldaten
entkommen sein sollen?

Wann werden wir die Wahrheit über Falludscha erfahren? Wann?

Die BRD hat die Pflicht, die auf ihrem Territorium befindlichen GIs zu
internieren und jede weitere logistische Nutzung unseres Territoriums
zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu unterbinden. Insbesondere bei
US-Soldaten, die direkt im Irak eingesetzt waren, ist ihre direkte
Verwicklung auch in individuelle Kriegsverbrechen zu untersuchen.

Zur Not mag man notwendige Planstellen schaffen. Für Höflinge
jedweder Regierungen gibt es schließlich auch Planstellen en masse,
wenn es sein muß.

Daß Pflicht und Tun (resp. Dulden à la Nehm) bei dieser
Bundesregierung zwei Paar Schuhe sind, ist gewiß. Das darf solche
Forderungen jedoch nicht ausschließen: Man bekommt einen alten Hund
zwar nicht stubenrein, sollte ihn aber trotzdem immer wieder mit
seiner Nase in sein Stoffwechselprodukt stupsen.

Inzwischen ist die Zahl der in die BRD in ein US-Lazarett verbrachten
an dem mörderischen Treiben in Falludscha beteiligten US-Soldaten auf
über 400 gestiegen, allein 73 kamen am Samstag.

STANDARD 14.11.2004 (APA):
"Mehr als 400 in Falluja verletzte US-Soldaten in Deutschland"
http://derstandard.at/?id=1857240

======================================================================

2. Arundhati Roy: Über vermeintlichen Friede, Terror und Krieg

Es ist verlogen, eine moralische Unterscheidung zwischen
unsagbarer Brutalität des Terrorismus und dem wahllosen Gemetzel
von Krieg und Okkupation zu machen. Wir können nicht das eine
unterstützen und das andere verdammen...

...Die wirkliche Tragödie ist, daß die meisten Menschen in der
Welt in der Falle zwischen dem Horror eines vermeintlichen
Friedens und dem Terror des Krieges sitzen. Das sind die beiden
steilen Klippen, in die wir eingeklemmt sind

... Wir wissen sehr wohl, wer vom Krieg im Zeitalter des
Imperiums profitiert. Aber wir müssen uns auch ehrlich fragen,
wem Frieden im Zeitalter des Imperiums nützt. Kriegstreiberei ist
verbrecherisch. Aber vom Frieden reden, ohne von Gerechtigkeit zu
sprechen, könnte schnell zu einer Befürwortung einer Art von
Kapitulation werden. Und über Ungerechtigkeit sprechen, ohne die
Institutionen und Systeme zu demaskieren, die Ungerechtigkeit
praktizieren, ist mehr als scheinheilig...

...Es ist einfach, die Armen wegen ihrer Armut anzuklagen. Es ist
einfach zu glauben, daß die Welt in einer eskalierenden Spirale
von Terrorismus und Krieg gefangen ist. Das erlaubt dem
amerikanischen Präsidenten zu sagen: "Entweder sind Sie mit uns
oder mit den Terroristen." Doch wir wissen, das ist eine
trügerische Entscheidung. Wir wissen, daß Terrorismus nur die
Privatisierung von Krieg ist, daß Terroristen Freimarktler von
Krieg sind. Sie glauben, daß die legitime Anwendung von Gewalt
nicht allein das Vorrecht des Staates ist.

Das sind einige zentrale Punkte aus der Rede Arundhati Roys, mit der
sie sich für die Auszeichnung mit dem Sydney Friedenspreises bedankte.
Wer die Rede insgesamt lesen möchte:

Teil I:
jW 11.11.2004 (Roy):
"Die neue korporative Befreiungstheologie"
http://www.jungewelt.de/2004/11-11/003.php

Teil II:
jW 13.11.2004 (Roy):
"Wie kommen wir aus diesem Abgrund heraus?"
http://www.jungewelt.de/2004/11-13/004.php

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3. Nahost: Radio "All For Peace"

Es gibt einen Sendeanstalt, einen Transmitter und den israelischen
Zoll. Und das geht augenscheinlich nicht zusammen: Der Zoll läßt den
notwendigen Transmitter nicht ins Land und so kann die Sendeanstalt
kein Radio machen. Das hört sich so kompliziert an wie es auch
tatsächlich ist. Die verhinderte Sendeanstalt ist das "All for
Peace"-Radio, ein gemeinsames Projekt israelischer und
palästinensischer Friedensaktivisten mit Sitz im palästinensischen
Ost-Jerusalem. Beteiligt sind Biladi, die (palästinensische)
Jerusalem Times, und die israelische Gruppe "Jewish-Arab Centre for
Peace, Givat Haviva".

Der Sender ist vorerst nur im Internet dreisprachig immerhin

http://www.allforpeace.org/

Nach einem Bericht der NRZ vom 13.11.2004
"Friedensradio will endlich frei senden"
Seite "Weltgeschehen"

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4. Irak: Militanter Widerstand für Ausweitung der bewaffneten Kämpfe

Es sind nebulöse Berichte, die davon künden, daß 13 militante
irakische Widerstandsgruppen eine Ausweitung der Kämpfe auf das ganze
Land beschlossen haben.

Fakt ist, *daß* an vielen Orten des Landes mit Waffengewalt um die
Befreiung vom Besatzungsregime und seinen irakischen Stützen gerungen
wird.

News Yahoo 14.11.2004 (AFP):
"Irakische Widerstandsgruppen kündigen Ausweitung von Kämpfen an"
http://de.news.yahoo.com/041113/286/4al8z.html

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5. Irak: Genfer Konvention nur zum Stiefel putzen

Wann hat die US-Armee eigentlich ihren letzten rechtmäßigen
Kriegseinsatz gehabt?

Im Irak jedenfalls scheint sie sich der Genfer Konventionen nur zu
bedienen, um sich das Blut der Iraker von den Stiefeln zu wischen.

Bei der Metzelei in Falludscha haben die GIs jedenfalls
völkerrechtswidrig die Flucht von Zivilisten teilweise verhindert.

Mehr dazu bei

Freace 12.11.2004:
"Flüchtlinge zurückgeschickt"
http://www.freace.de/artikel/200411/121104b.html

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6. Aus "Venezuela Avanza"

Aus der Ausgabe 17 vom 12. November 2004 des Newsletters

Themenbereich: Notizen der Leserreise

http://www.venezuela-avanza.de/html/notizen_einer_leserreise.html
08.11.2004
Grundrecht Gesundheit
Das Programm Barrio Adentro will allen Menschen Zugang zur
medizinischen Versorgung sichern.
http://www.venezuela-avanza.de/html/grundrecht_gesundheit.html

09.11.2004
Programme aus dem Kiez
Mediengesetz gewährt den Basisradios Senderechte und staatliche
Unterstützung.
http://www.venezuela-avanza.de/html/programme_aus_dem_kiez.html

10.11.2004
Erbe der »Demokratie«
Das Leben in vielen Armenvierteln von Caracas wird von
Drogenkriminalität und Jugendbanden bestimmt. Ihr Gewaltmonopol ist
schwer zu brechen.
http://www.venezuela-avanza.de/html/erbe_der__demokratie_.html

11.11.2004
Revolutionsblockaden
Die Bürokratie des Staatsapparats sorgt für Spannungen zwischen linken
Basisorganisationen und Regierungsstellen.
http://www.venezuela-avanza.de/html/revolutionsblockaden.html

12.11.2004
Schau kein Fernsehen, mach es!"
TVe - ein Gemeindefernsehen für den Westen der Hauptstadt.
http://www.venezuela-avanza.de/html/schau_kein_fernsehen__mach_es.html

Nachrichten aus dem EU-Parlament:
12.11.2004
Venezuela und wir
Von Sahra Wagenknecht:
Der 15. August 2004 war ein guter Tag für Venezuela. An diesem Sonntag
wurde der venezolanische Präsident Hugo Chávez mit einer deutlichen
Mehrheit von 59% der WählerInnen in seinem Amt bestätigt.
http://www.venezuela-avanza.de/html/venezuela_und_wir_.html

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7. Bundesdeutsche Medien und Abu Ghraib

Eine kritische Bestandsaufnahme zu den Folterungen in Abu Ghraib und
ihrem Echo in den bundesdeutschen Medien.

FR 14.11.2004 (Gehrs):
"Ich nenne das Hurra-Journalismus" - Vom richtigen Ticken: Warum die
deutschen Medien den Folterskandal von Abu Ghraib verschliefen
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/kultur_und_medien/medien/?cnt=588473

Gespannt darf man sein, wie die dort besonders gerügten Medien mit dem
Thema Folter bei der Berichtung über den Daschner-Prozeß umgehen.

======================================================================

8. Ultra-orthodoxer Rabbiner trauert um Arafat

Es ist aus dem Sinn geraten, daß es ultra-orthodoxe Juden gibt, die
durchaus auch um Arafat trauern und ihn würdigen. Dazu gehört ohne
Zweifel Mosche Hirsch:

... "Ich bete für ihn, denn Arafat war ein Mann, der
sein ganzes Leben seinem Volk gewidmet hat", sagt der 75-Jährige
von der ultra-orthodoxen Splittergruppe "Neturei Karta", die dem
Zionismus, der Bewegung für einen jüdischen Staat, seit jeher
ablehnend gegenüber steht. "Ich bin sehr traurig, denn er war ein
großer Führer, der immer zwischen dem jüdischen Volk und dem
Zionismus unterschieden hat", sagt Hirsch.

Der Rabbiner hatte sich in den vergangenen Jahren mehrfach mit
Arafat getroffen. Das erste Mal sei er Arafat vor rund 30 Jahren
nach einer Serie von Anschlägen mit Opfern in der orthodoxen
Gemeinde begegnet, erzählt Hirsch. Er habe Arafat gebeten, die
Gemeinde, die sich vom Zionismus distanziere, zu verschonen; und
dies habe der PLO-Chef auch zugesagt.

Die Gegner des Zionismus unter den orthodoxen Juden lehnen eine
Staatsgründung ab, so lange der Messias nicht erschienen ist. Sie
berufen sich auf eine alte Überlieferung, wonach dies dem
jüdischen Volk untersagt sein soll.

Freie Presse 14.11.2004 (AFP):
Jüdischer Geistlicher nennt verstorbenen PLO-Chef "großen Führer"
http://www.freiepresse.de/TEXTE/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES/TEXTE/123991.html

======================================================================

9. Ergänzungen

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~ Ein andauerndes Massaker...
~~~~~~ FTA Nr. 265/2004 vom 02.11.2004
~~~ http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a.htm

Die Lancet-Studie hat hohe Wellen geschlagen. Nahezu alle bürgerlichen
Medien konnten sich nicht um eine Erwähnung drücken. Die
Glaubwürdigkeit solch hoher Zahlen, abgeleitete Schätzungen reichten
bis 200.000 Tote durch die Aggression, wurde interessanterweise häufig
mit der Site des Iraq Body Count bestritten, der jedoch "seine" Zahlen
gänzlich anders definiert. Das wird jedem einsichtig, der Lancet und
Iraq Body Count miteinander vergleicht. Keine der beiden Zählungen ist
per se falsch. Lancet befaßt sich mit der Sterblichkeitsquote und
ihren Gründen vor und nach Kriegsbeginn und filtert dann diejenigen
heraus, die durch auch indirekte Kriegseinwirkungen gestorben sind.
Iraq Body Count erfaßt nur die "direkten" Toten durch Kampfhandlungen.

Die Lancet-Studie - und ihre Negierung bzw. ihr Verschweigen in den
Medien - hat Media Lens veranlaßt, die Studie kritisch zu
hinterfragen. Lancet hat darauf geantwortet.

Media Lens Media Alert 02.11.2004 (Teil I):
"100,000 IRAQI CIVILIAN DEATHS"
http://www.medialens.org/alerts/2004/041102_Iraqi_Civilian_Deaths_1.HTM

Media Lens Media Alert 04.11.2004 (Teil II):
"100,000 IRAQI CIVILIAN DEATHS"
http://www.medialens.org/alerts/2004/041104_Iraqi_Civilian_Deaths_2.HTM

Für das "Ausblenden" der Studie wird eine zunächst recht einleuchtende
Erklärung geboten, so J. (von dem der Tip mit Media Lens stammt):

Sie erklären das ignorante Verhalten der Journalisten
anschließend durch einen Rückgriff auf die Studien des
Psychologen Lester Luborsky, die zeigten wie stark Menschen
nahezu unbewußt Dinge ausblenden können, die sie als unangenehm,
als Tabu empfinden. Damals ging es um Bilder uellen Inhalts.
Der Clou dabei ist, um vermeiden zu zu können etwas bestimmtes zu
sehen, muß zunächst erkennen um was es sich handelt..

"In order to avoid looking, some element of the mind must have
known first what the picture contained, so that it knew what to
avoid. The mind somehow grasps what is going on and rushes a
protective filter into place, thus steering awareness away from
what threatens." (Goleman, Vital Lies, Simple Truths - The
Psychology of Self-Deception, Bloomsbury, 1997, p.107)

Dasselbe unterstellen sie auch den durchschnittlichen
Journalisten. Natürlich wissen sie, daß die US-Regierung lügt,
bzgl. ihrer Ziele im Irak lügt, daß die USA dort unten Verbrechen
verüben etc. Da dies ein sehr unangenehmes Wissen ist (wer dem
nachgeht, verliert sein Vertrauen in seine Partei, in seine
Gesellschaft, gefährdet seine Karriere etc.) vermeiden sie
unwillkürlich, sich mit alldem zu befassen, daß dies untermauern
könnte.

Like all of us, journalists need to believe they are honest,
reasonable human beings. There is a problem, however - career
success depends on their not finding "too" much to criticise in
the operation of elite state-corporate power. The art of
successful mainstream journalism is the art of reconciling these
two irreconcilables without admitting the lie to conscious
awareness.

As with the individuals in Luborsky's experiments, journalists
somehow understand what is going on and rush a protective filter
into place, steering awareness away from what threatens. It is an
awesome and intriguing phenomenon of human psychology.


J. gab auch noch eine weitere Quelle an, die sich mit Lancet
beschäftigt:

ZMag 03.11.2004 i.d.F. vom 04.11.2004 (Soldz):
"100,000 Iraqis Dead: Should We Believe It?"
http://www.zmag.org/content/showarticle.cfm?SectionID=15&ItemID=6565

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~ Elsässer als SF-Autor: "Der Untergang"
~~~~~~ FTA Nr. 271/2004 vom 08.11.2004
~~~ http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a.htm

Jetzt ist Teil IV der SF-Story Elässers erschienen:

http://www.telepolis.de/tp/r4/magazin/lit/18795/1.html

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~ NL: Offener Brief aus Iso-Haft
~~~~~~ FTA Nr. 274/2004 vom 11.11.2004
~~~ http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a.htm

auch zu folgenden Threads:
~~~~~~~~~~~~ Motassadeq-Prozeß
~~~~~~~~~~~~ Mzoudi-Prozeß

Es gibt etwas Neues von dem neuen Allround-Kronzeugen der
Bundesanwaltschaft, etwas, was gar nicht gut und rechtsstaatlich
riecht: die Bundesregierung hat Shadi Abdallah - noch im November 2003
wegen geplanter Terroranschläge zu außerordentlich milden vier Jahren
Gefängnis verurteilt, bereits jetzt nach nur einem Jahr wieder auf
freien Fuß gesetzt.

Das allein ist schon bedenklich, denn es wirkt wie eine Belohnung für
den Verurteilten für sein bisheriges und künftiges Aussageverhalten.
Und wenn er nicht spurt...

Doch das ist nicht alles. Shadi Abdallah ist in ein
Zeugenschutzprogramm aufgenommen worden, was bei jeder künftigen
Verhandlungen präjudizierend gegen die Angeklagten wirken wird: seht
hier, so gefährdet ist der Zeuge, so gefährlich müssen dann doch auch
die durch ihn belasteten Angeklagten sein.

Und das i-Tüpfelchen: Shadi Abdallah ist auf der Anti-Terror-Liste des
UN-Sicherheitsrates. Seine vorzeitige Entlassung und das
Verschwindenlassen im Zeugenschutzprogramm ist eine Begünstigung eines
der Meistgesuchten und ein Verstoß gegen das UN-Recht.

Wer auf diese Liste kommt, bestimmt letztlich die Bush-Regierung. Die
will ihn nur streichen lassen, wenn die Bundesregierung ihn durch
US-Stellen ebenfalls vernehmen läßt. Und da könnte es ein weiteres
Problem geben: sie braucht den Zeugen wohlbehalten und ungefoltert
zurück.

Spiegel 13.11.2004:
"Al-Qaida-Insider auf freien Fuß gesetzt"
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,327634,00.html

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~ Folterprozeß gegen Daschner
~~~~~~ FTA Nr. /2004 vom
~~~ http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a.htm

Der Daschner-Prozeß könnte sehr aufschlußreich über die Mentalität
deutscher Politiker sein. Noch stehen keine Namen, aber immerhin eine
Aussage fest: "Instrumente zeigen".

Spiegel 13.11.2004:
"Daschner will Rückendeckung aus Ministerium erhalten haben"
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,327655,00.html

Der Spiegel hat ein Leserforum zu dem Thema Folter eröffnet:
http://forum.spiegel.de/cgi-bin/WebX?13@@.ee75c5c

Von linker Seite wird aufgerufen, den Prozeß zu besuchen und
Öffentlichkeit herzustellen.

http://www.libertad.de/inhalt/archiv/libertad/2004/11/EEppFpVVpyauaOQImx.shtml

Dazu gibt es ein informatives Flugblatt:
http://www.libertad.de/inhalt/archiv/libertad/2004/11/EEppFpkZAVMlEwdxRO.shtml
(mit Downloadmöglichkeit)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~ "Machtergreifung" bei Journalisten?
~~~~~~ FTA Nr. 240/2004 vom 08.10.2004
~~~ http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a.htm

Der DJV wird seinen braunen Schatten einfach nicht mehr los.

BerlZ 10.11.2004 (Förster):
"Zwei alte, zwei neue - DJV sorgt für Koexistenz von
Journalistenvereinen"
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/1110/medien/0040/




~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~
~~~~~~ FTA Nr. /2004 vom
~~~ http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a.htm




~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
~~~~~~~~~~~~
~~~~~~ FTA Nr. /2004 vom
~~~ http://onliner.pointclark.net/public/f-t-a.htm



======================================================================

10. Wem die Politiker-Zitate mitunter fehlen...

....kann sie sich hier selbst erzeugen. Zu vielen Themen sowohl
zustimmend wie ablehnend:

http://www.nrz.de/osr/osr.phrasendreschmaschine.frameset.php

Achtung: es sind BILDhafte Nachwirkungen möglich!


--
Mit freundlichen Grüssen
Wolfgang Kuhlmann

http://FriedensTreiberAgentur.de
Friedens- und Aktionskalender für Düsseldorf:
http://FriedensTreiberAgentur.de/FAK
From:Thorsten Haupts
Subject:Re: Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder
Date:14 Nov 2004 12:41:46 -0800
"Wolfgang" wrote in message news:<2von5iF2ofdc6U1@uni-berlin.de>...

> 1. Falludscha: Soldaten sind Mörder...
>
> ...erst recht, wenn sie von Bush besoldet werden.
>
> Ein GI hat sich von einem "eingebetteten" Journalisten mit der Kamera
> bei einem Kriegsverbrechen filmen lassen: er ermordete einen
> verwundeten Iraker (war es überhaupt ein Gegner?).

Die Wahrheit ist in einem Krieg immer das erste Opfer. Das gilt fuer
Kriegsbefuerworter UND Kriegsgegner. An diesem Beispiel prima zu
sehen. Denn was der Film (mehrfach gesehen) NICHT zeigt ist:

- wurde der angeblich Erschossene tatsaechlich verwundet?
- war der angeblich Verwundete noch kampffaehig?
- hat der angeblich verwundete sich ergeben?

Aber aus den mehr als duennen Fakten machen
Kriegsgegner-Propagandisten einen kaltbluetigen Mord. Schicke
Propaganda, hier von keinem Bild und keiner Aussage gedeckt.

Thorsten
From:Carsten Mueller
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:18 Nov 2004 11:13:40 GMT
Roger McLassus wrote:

>Folgt daraus, daß Spaziergänger aggressiv und
>Räuber harmlos sind?

Daraus folgt das er sich aergert die Fluechtenden nicht auch noch
erwischt zu haben.
--
Der Feind steht da, wo die Menschlichkeit zugunsten des Profits
geopfert wird.
From:Bernhard Mayer
Subject:Re: Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder
Date:18 Nov 2004 01:01:47 -0800
ThorHa@web.de (Thorsten Haupts) wrote in message news:...

> Die Wahrheit ist in einem Krieg immer das erste Opfer. Das gilt fuer
> Kriegsbefuerworter UND Kriegsgegner. An diesem Beispiel prima zu
> sehen. Denn was der Film (mehrfach gesehen) NICHT zeigt ist:

Abgesehen davon: wer glaubt Krieg kann nur entfernt irgendwie sauber
oder ehrenvoll sein, sollte langsam erwachsen werden.

Krieg ist immer Mord, der einfach im besten Fall für die Gewinner ohne
Folgen bleibt. Und demnach sind Soldaten natürlich auch immer
Menschen, die grundsätzlich zum Morden ausgebildet werden. Das muß
heute jedem Grundwehrdiener klar sein - wie es auch mir klar war.

Abgesehen davon bleibt bei mir immer ein ungutes Bauchgefühl, wenn wir
Mitteleuropäer uns in allzu heftiger Polemik über die Kriegslust der
Amerikaner beschweren... und dabei außer Acht lassen, daß wir heute
eigentlich nur Dank des (vielleicht übertriebenen) Patriotismus und
Obrigkeitsglaubens vieler junger amerikanischer Soldaten täglich in
der früh unseren Kaffee schlürfen und im Internet surfen können.
George Bush mag ein Idiot sein, er schickt vielleicht auch bewußt
Menschen für seine Politik in den Tod... aber die Familie in Ohio,
deren Großvater in Frankreich und deren Kinder im Iraq gefallen sind,
glaubt tatsächlich an eine bessere Welt und ihre Pflicht des
Beistandes für unterdrückte Zivilsationen. Ja! Diese amerikanischen
Familien am Land sind so naiv und sie glauben sich für die Sache zu
opfern.

Auf der anderen Seite stehen wir Mitteleuropäer, die
verständlicherweise seit den letzten zwei großen Kriegen eigentlich
genug davon haben. Das führt nur leider dazu, daß wir unsere Augen
verschließen, zusehen und im schlimmsten Fall sogar begünstigen.
Yugoslawien ist ein Beispiel - und da haben wir Europäer Blut an den
Händen.

Ich finde es auch bedenklich, wie sehr wir Europäer uns an die
Palästinenser anbiedern - immerhin hat Arafat reichlich Blut an den
Händen und monatlich stiefelt wieder ein fanatischer Palästinenser
samt Sprengstoff in eine israelische Stadt. Die amerikanischen Truppen
versuchen wenigstens nur oder vor allem bewaffnete Kämpfer oder
Truppen zu töten. Die Palästinenser versuchen bewußt vor allem
Zivilisten zu töten. Freilich sind die Israelis auch nicht viel besser
- aber eine Ungerechtigkeit rechtfertigt nicht die andere.

Falludscha hin oder her - kehren wir mal unseren eigenen Hof auf.
From:Samanera
Subject:Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 10:52:50 +0100

"Bernhard Mayer" schrieb im Newsbeitrag
news:c06428fe.0411180101.7cd7e148@posting.google.com...
> ThorHa@web.de (Thorsten Haupts) wrote in message
> news:...
>
>> Die Wahrheit ist in einem Krieg immer das erste Opfer. Das gilt fuer
>> Kriegsbefuerworter UND Kriegsgegner. An diesem Beispiel prima zu
>> sehen. Denn was der Film (mehrfach gesehen) NICHT zeigt ist:
>
> Abgesehen davon: wer glaubt Krieg kann nur entfernt irgendwie sauber
> oder ehrenvoll sein, sollte langsam erwachsen werden.
>
> Krieg ist immer Mord, der einfach im besten Fall für die Gewinner ohne
> Folgen bleibt. Und demnach sind Soldaten natürlich auch immer
> Menschen, die grundsätzlich zum Morden ausgebildet werden. Das muß
> heute jedem Grundwehrdiener klar sein - wie es auch mir klar war.
>
> Abgesehen davon bleibt bei mir immer ein ungutes Bauchgefühl, wenn wir
> Mitteleuropäer uns in allzu heftiger Polemik über die Kriegslust der
> Amerikaner beschweren... und dabei außer Acht lassen, daß wir heute
> eigentlich nur Dank des (vielleicht übertriebenen) Patriotismus und
> Obrigkeitsglaubens vieler junger amerikanischer Soldaten täglich in
> der früh unseren Kaffee schlürfen und im Internet surfen können.
> George Bush mag ein Idiot sein, er schickt vielleicht auch bewußt
> Menschen für seine Politik in den Tod... aber die Familie in Ohio,
> deren Großvater in Frankreich und deren Kinder im Iraq gefallen sind,
> glaubt tatsächlich an eine bessere Welt und ihre Pflicht des
> Beistandes für unterdrückte Zivilsationen. Ja! Diese amerikanischen
> Familien am Land sind so naiv und sie glauben sich für die Sache zu
> opfern.
>
> Auf der anderen Seite stehen wir Mitteleuropäer, die
> verständlicherweise seit den letzten zwei großen Kriegen eigentlich
> genug davon haben. Das führt nur leider dazu, daß wir unsere Augen
> verschließen, zusehen und im schlimmsten Fall sogar begünstigen.
> Yugoslawien ist ein Beispiel - und da haben wir Europäer Blut an den
> Händen.
>
> Ich finde es auch bedenklich, wie sehr wir Europäer uns an die
> Palästinenser anbiedern - immerhin hat Arafat reichlich Blut an den
> Händen und monatlich stiefelt wieder ein fanatischer Palästinenser
> samt Sprengstoff in eine israelische Stadt. Die amerikanischen Truppen
> versuchen wenigstens nur oder vor allem bewaffnete Kämpfer oder
> Truppen zu töten. Die Palästinenser versuchen bewußt vor allem
> Zivilisten zu töten. Freilich sind die Israelis auch nicht viel besser
> - aber eine Ungerechtigkeit rechtfertigt nicht die andere.
>
> Falludscha hin oder her - kehren wir mal unseren eigenen Hof auf.

Hallo Bernhard,

Alles, was du schreibst ist richtig.
und trotzdem- teilweise- doch sehr einseitig .
Machen wir doch einfach mal eine einfache Rechnung auf, so zynisch das auch
sein mag.
Wie viele Palästinenser sind seit der Besetzung Palästinas kriegsbedingt
ermordet worden?
Wie viele Israelis?
Ich glaube die Palästinenser schaffen die Zahl der Morde von Israelis an
Palästinensern in Hundert Jahren noch nicht.
Wer also der aggressivere Part von beiden ist, wäre doch hiermit klar, oder?

Gruss
Wolfgang

http://ethik-portal.tk/
From:Roger McLassus
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 12:01:55 +0100
"Samanera" schrieb

> Wer also der aggressivere Part von beiden ist, wäre doch hiermit klar,
> oder?

Nein, wieso? Stell dir vor, zwei harmlose Spaziergänger werden von einer
Räuberbande überfallen. Einer der Spaziergänger wird getötet, dem anderen
jedoch (der gut bewaffnet ist, und den Umgang mit Waffen beherrscht) gelingt
es, zehn der Räuber zu töten, ehe die restlichen flüchten. Dann steht das
Verhältnis der Toten 1:10. Folgt daraus, daß Spaziergänger aggressiv und
Räuber harmlos sind?

Roger McLassus
From:Samanera
Subject:Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 13:49:47 +0100

"Roger McLassus" schrieb im Newsbeitrag
news:303dp5F2r1lctU1@uni-berlin.de...
> "Samanera" schrieb
>
>> Wer also der aggressivere Part von beiden ist, wäre doch hiermit klar,
>> oder?
>
> Nein, wieso? Stell dir vor, zwei harmlose Spaziergänger werden von einer
> Räuberbande überfallen. Einer der Spaziergänger wird getötet, dem anderen
> jedoch (der gut bewaffnet ist, und den Umgang mit Waffen beherrscht)
> gelingt es, zehn der Räuber zu töten, ehe die restlichen flüchten. Dann
> steht das Verhältnis der Toten 1:10. Folgt daraus, daß Spaziergänger
> aggressiv und Räuber harmlos sind?
>
> Roger McLassus
>


Tut mir leid, ich kann da kaum Parallelen erkennen.
Fest steht, dass die Palästinenser aus ihrem eigenen Land gewaltsam durch
jüdische Einwanderer vertrieben wurden und noch werden.
Dann wären die Israelis also die Räuber?, denn die sind ja wohl in das Land
ohne die Palästinenser zu fragen eingedrungen und haben die Einwohner des
eigenen Landes beraubt....
Zwar mit Hilfe der USA und der Briten, aber dadurch ändern sich ja nicht die
Tatsache der Beraubung.
...aber alle Israelis als Räuber bezeichnen, nein, das will ich nun doch
nicht.
Die meisten Juden sind ja im guten Glauben nach Israel eingewandert und
haben sich wohl nicht so sehr mit der Geschichte der Palästinenser oder
ihrer eigenen beschäftigt.
Auch erst viel später nach der Staatsgründung entstanden dort die
rechtsradikalen und faschistischen Glaubensgemeinschaften, die ähnlich wie
die Hitlerfans hier, alles was ihnen fremd ist, vertreiben oder sogar
ermorden wollen.
Da halte ich mich lieber an die Argumentation von Reuven Moskovitz:
http://www.jungewelt.de/2004/11-17/005.php

Aber auch hier: http://www.uri-avnery.de/staticsite/staticsite.php kann man
mehr über Räuber und Spaziergänger erfahren.
Es soll sogar noch friedliebende Rabbis in Israel geben:
http://www.rhr.israel.net

Ja ein grosser Teil der Israelis wollen auch nicht länger Räuber sein, nein
sie wollen wieder Spaziergänger werden.
Allein der Likud-Block und andere militaristische, faschistische Parteien
hindern sie daran.
Und die faschistischen Siedler nicht zu vergessen, dass sind wohl auch keine
Räuber mehr, das sind eher potentielle Mörder.

Gruss
Wolfgang aka Samanera
http://ethik-portal.tk/
From:Roger McLassus
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 14:24:03 +0100
"Samanera" schrieb

> Tut mir leid, ich kann da kaum Parallelen erkennen.

Es war nicht meine Absicht, einen Beitrag zum Thema Nahost-Politik zu
liefern, sondern bloß die Behauptung zurückzuweisen, aus dem Verhältnis der
Opferzahlen könnte man ableiten, wer der Aggressor ist.

Roger McLassus
From:Norbert Müller
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 16:04:10 GMT
Samanera wrote:
> Tut mir leid, ich kann da kaum Parallelen erkennen.

Ich schon ;-)

> Fest steht, dass die Palästinenser aus ihrem eigenen Land gewaltsam
> durch jüdische Einwanderer vertrieben wurden und noch werden.

Da es seit 1850 (Osmanisches Reich) ein Grundbuch auch für Palästina gibt,
sind die Landbesitzungen ja festgehalten. Die ersten jüdischen Siedler der
Aliahs bzw. deren jüdische Geldgeber - und auch spätere Landerweiterungen
erfolgten auf diese Weise - kauften den palästinensischen Großgrundbesitzern
(die meist im Ausland residierten) das Land ab, sicher hat es auch
gewaltsame Enteignungen gegeben - genau so wie die Juden nach 1947 aus den
arabisch gebliebenen Landteilen vertrieben wurden. Die wohnten auch schon
"immer und ewig" dort.

mfg, nm
From:Volker Greulich
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 17:46:16 +0100
Norbert Müller wrote:

> Samanera wrote:
> > Tut mir leid, ich kann da kaum Parallelen erkennen.
>
> Ich schon ;-)
>
> > Fest steht, dass die Palästinenser aus ihrem eigenen Land gewaltsam
> > durch jüdische Einwanderer vertrieben wurden und noch werden.
>
> Da es seit 1850 (Osmanisches Reich) ein Grundbuch auch für Palästina gibt,
> sind die Landbesitzungen ja festgehalten. Die ersten jüdischen Siedler der
> Aliahs bzw. deren jüdische Geldgeber - und auch spätere Landerweiterungen
> erfolgten auf diese Weise - kauften den palästinensischen Großgrundbesitzern
> (die meist im Ausland residierten) das Land ab, sicher hat es auch
> gewaltsame Enteignungen gegeben - genau so wie die Juden nach 1947 aus den
> arabisch gebliebenen Landteilen vertrieben wurden. Die wohnten auch schon
> "immer und ewig" dort

Die Israelis haben das palästinsche Grundbuchamt 2002 in einen
Ruinenhaufen verwandelt.

-Avez vous un papier?

MFG
V.G.
--
Protestiert gegen das sinnlose 100 %ige Kastrationsgebot für Hunde in
einigen deutschen Tierheimen.-Tierheimkunden sind keine unmündigen
Trottel.Hunde haben ein Anrecht auf körperliche Unversehrtheit-auch
wenn sie durch Tierheime oder den WDR vermittelt werden.
From:Norbert Müller
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 17:46:05 GMT
Volker Greulich wrote:
> Norbert Müller wrote:
>
>> Samanera wrote:
>>> Tut mir leid, ich kann da kaum Parallelen erkennen.
>>
>> Ich schon ;-)
>>
>>> Fest steht, dass die Palästinenser aus ihrem eigenen Land gewaltsam
>>> durch jüdische Einwanderer vertrieben wurden und noch werden.
>>
>> Da es seit 1850 (Osmanisches Reich) ein Grundbuch auch für Palästina
>> gibt, sind die Landbesitzungen ja festgehalten. Die ersten jüdischen
>> Siedler der Aliahs bzw. deren jüdische Geldgeber - und auch spätere
>> Landerweiterungen erfolgten auf diese Weise - kauften den
>> palästinensischen Großgrundbesitzern (die meist im Ausland
>> residierten) das Land ab, sicher hat es auch gewaltsame Enteignungen
>> gegeben - genau so wie die Juden nach 1947 aus den arabisch
>> gebliebenen Landteilen vertrieben wurden. Die wohnten auch schon
>> "immer und ewig" dort
>
> Die Israelis haben das palästinsche Grundbuchamt 2002 in einen
> Ruinenhaufen verwandelt.


Das ist sicher nicht in Ramallah!

mfg, nm
From:Friedrich Stockhammer
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Thu, 18 Nov 2004 13:40:22 +0100
Am Sun, 14 Nov 2004 10:33:45 +0100 schrieb Wolfgang:
> ungekürzt,
> damit den Bush-Anhängern etwa im halse hängen bleibt......
> Ins Netz gestellt von:
> Wolfgang
> http://ethik-portal.tk/
Hi,
ich habe in meiner Jugend die 68er Jahre miterlebt und deren Anti-Vietnam
Krieg Protest!
Was längst fällig wird, ist eine neue "Hippie" Protest-Ära gegen Krieg,
Gewalt, den Auswirkungen des Neo Liberalismus, ect. (mit einem Wort gegen
alle negativen Auswirkungen der derzeit praktizierten Machtpolitik).

"Give Peace a Chance"
http://www.bagism.com/lyrics/lennon-collection-lyrics.html#GivePeaceAChance

http://www.stockhammer.at/netzpolitik/

FUP2: at.gesellschaft.politik

--
Mit freundlichen Gruessen - Yours sincerely
Friedrich Stockhammer
http://www.stockhammer.at/
From:Jan Kuna
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Sun, 14 Nov 2004 16:15:20 +0100
"Wolfgang" :

>1. Falludscha: Soldaten sind Mörder...

>...erst recht, wenn sie von Bush besoldet werden.

>Ein GI hat sich von einem "eingebetteten" Journalisten mit der Kamera
>bei einem Kriegsverbrechen filmen lassen: er ermordete einen
>verwundeten Iraker (war es überhaupt ein Gegner?).

Falls dem tatsächlich so ist (ich habe hier keine Möglichkeit das
angegebene Video zu sehen), stellt sich mir die Frage über die
Geisteshaltung der Soldaten.

Dem Soldaten scheint die Problematik seines Verhaltens nicht bewußt zu
sein. Das erinnert mich an MyLai(?).

>Schlacht hat übrigens nicht nur vom Wortstamm her, sondern auch in der
>grausigen Realität etwas mit Abschlachten zu tun. Oder wie sollte man
>es nennen, wenn ein Kampf auf der einen Seite offiziell an die 20
>Menschenleben kostet, auf der anderen jedoch wenigstens 1.000 bereits
>jetzt von den Siegern zugegebene tote *Aufständische* - sprich:
>Kämpfer* - gibt? Mit gemeinem Krieg hat dies nichts zu tun,

Im Krieg sterben Menschen.

>mit Morden
>und Sengen hingegen sehr viel.

unnütze Polemik

>Und wie viele Zivilisten sind diesem kalt kalkulierten Morden zum
>Opfer gefallen?

Die Zivilbevölkerung hat in einem Krieg die meisten Opfer zu bringen.

>Und wie konnte es geschehen, daß nach anderer Quelle
>2.000 Aufständische aus dem Belagerungsring von über 10.000 Soldaten
>entkommen sein sollen?

Wo ist das Problem?
Lies mal ein wenig Quellenliteratur zum Guerillakrieg.

>Die BRD hat die Pflicht, die auf ihrem Territorium befindlichen GIs zu
>internieren

Waraus schließt du auf diese Pflicht?

>======================================================================

>3. Nahost: Radio "All For Peace"
>
>Es gibt einen Sendeanstalt, einen Transmitter und den israelischen
>Zoll. Und das geht augenscheinlich nicht zusammen: Der Zoll läßt den
>notwendigen Transmitter nicht ins Land

mit welcher Begründung?

======================================================================
>
>5. Irak: Genfer Konvention nur zum Stiefel putzen
>
>Wann hat die US-Armee eigentlich ihren letzten rechtmäßigen
>Kriegseinsatz gehabt?
>
>Im Irak jedenfalls scheint sie sich der Genfer Konventionen nur zu
>bedienen, um sich das Blut der Iraker von den Stiefeln zu wischen.
>
>Bei der Metzelei in Falludscha haben die GIs jedenfalls
>völkerrechtswidrig die Flucht von Zivilisten teilweise verhindert.

Da hast die Antwort auf deine Frage nach den 2000 Aufständischen.




marten
--
Das ganze Usenet geht kaputt, wenn die Leute hier einfach aufhören,
einen einmal gefundenen Standpunkt bis zur Absurdität zu verteidigen.
(Dirk Moebius in d.t.t.)
From:Wolfgang
Subject:Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder
Date:Sun, 14 Nov 2004 17:49:58 +0100
Hei Jan Kuna,
Ich möchte nur der Form halber darauf hinweisen,
dass nicht ein Zitat von mir stammt.
Deshalb grenzt dein Posting wohl schon an (un)absichtliche Fälschung
Auch wenn viele zitierte Punkte unterschreiben würde, wenn sie nicht aus dem
Zusammenhang gerissen wären und man erkennen könnte, wer denn nun was
geschrieben hat.

Gruss
Wolfgang
http://www.gerechte-welt-links.de.sr/


"Jan Kuna" schrieb im Newsbeitrag
news:7jtep0tmugehrh1m7oje9rkcm9qr19h7dk@4ax.com...
> "Wolfgang" :
>
>>1. Falludscha: Soldaten sind Mörder...
>
>>...erst recht, wenn sie von Bush besoldet werden.
>
>>Ein GI hat sich von einem "eingebetteten" Journalisten mit der Kamera
>>bei einem Kriegsverbrechen filmen lassen: er ermordete einen
>>verwundeten Iraker (war es überhaupt ein Gegner?).
>
> Falls dem tatsächlich so ist (ich habe hier keine Möglichkeit das
> angegebene Video zu sehen), stellt sich mir die Frage über die
> Geisteshaltung der Soldaten.
>
> Dem Soldaten scheint die Problematik seines Verhaltens nicht bewußt zu
> sein. Das erinnert mich an MyLai(?).
>
>>Schlacht hat übrigens nicht nur vom Wortstamm her, sondern auch in der
>>grausigen Realität etwas mit Abschlachten zu tun. Oder wie sollte man
>>es nennen, wenn ein Kampf auf der einen Seite offiziell an die 20
>>Menschenleben kostet, auf der anderen jedoch wenigstens 1.000 bereits
>>jetzt von den Siegern zugegebene tote *Aufständische* - sprich:
>>Kämpfer* - gibt? Mit gemeinem Krieg hat dies nichts zu tun,
>
> Im Krieg sterben Menschen.
>
>>mit Morden
>>und Sengen hingegen sehr viel.
>
> unnütze Polemik
>
>>Und wie viele Zivilisten sind diesem kalt kalkulierten Morden zum
>>Opfer gefallen?
>
> Die Zivilbevölkerung hat in einem Krieg die meisten Opfer zu bringen.
>
>>Und wie konnte es geschehen, daß nach anderer Quelle
>>2.000 Aufständische aus dem Belagerungsring von über 10.000 Soldaten
>>entkommen sein sollen?
>
> Wo ist das Problem?
> Lies mal ein wenig Quellenliteratur zum Guerillakrieg.
>
>>Die BRD hat die Pflicht, die auf ihrem Territorium befindlichen GIs zu
>>internieren
>
> Waraus schließt du auf diese Pflicht?
>
>>======================================================================
>
>>3. Nahost: Radio "All For Peace"
>>
>>Es gibt einen Sendeanstalt, einen Transmitter und den israelischen
>>Zoll. Und das geht augenscheinlich nicht zusammen: Der Zoll läßt den
>>notwendigen Transmitter nicht ins Land
>
> mit welcher Begründung?
>
> ======================================================================
>>
>>5. Irak: Genfer Konvention nur zum Stiefel putzen
>>
>>Wann hat die US-Armee eigentlich ihren letzten rechtmäßigen
>>Kriegseinsatz gehabt?
>>
>>Im Irak jedenfalls scheint sie sich der Genfer Konventionen nur zu
>>bedienen, um sich das Blut der Iraker von den Stiefeln zu wischen.
>>
>>Bei der Metzelei in Falludscha haben die GIs jedenfalls
>>völkerrechtswidrig die Flucht von Zivilisten teilweise verhindert.
>
> Da hast die Antwort auf deine Frage nach den 2000 Aufständischen.
>
>
>
>
> marten
> --
> Das ganze Usenet geht kaputt, wenn die Leute hier einfach aufhören,
> einen einmal gefundenen Standpunkt bis zur Absurdität zu verteidigen.
> (Dirk Moebius in d.t.t.)
From:Jan Kuna
Subject:Re: Falludscha: Soldaten sind Mörder
Date:Sun, 14 Nov 2004 19:59:11 +0100
"Wolfgang" :
>Hei Jan Kuna,
>Ich möchte nur der Form halber darauf hinweisen,
>dass nicht ein Zitat von mir stammt.

Das war in diesem Zusammenhang nicht erkennbar.

Ein kurzer Kommentar, falls du anderer Meinung bist, wäre hilfreich.
Ansonsten gibt es für solche Texte eine eigene NG

>Deshalb grenzt dein Posting wohl schon an (un)absichtliche Fälschung

An welcher Stelle?

>Auch wenn viele zitierte Punkte unterschreiben würde, wenn sie nicht aus dem
>Zusammenhang gerissen wären und man erkennen könnte, wer denn nun was
>geschrieben hat.

Wo kannst du das nicht?


marten
--
Ärzte sind dazu da,den Mangel ihrer Patienten an Wissen
um den eigenen Körper, der zuweilen tödliche Folgen hat,
auszugleichen. (Alain de Botton: Trost der Philosophie)
From:Wolfgang
Subject:Re:_Falludscha:_Soldaten_sind_Mörder
Date:Sun, 14 Nov 2004 20:14:28 +0100
Lieber Jan Kuna !

Danke für die Erläuterung.
Ich möchte aber, um jegliches Hochschaukeln zu vermeiden, auf keine Mail
mehr die den FTA-Newsletter angeht antworten.
Mir ist der Inhalt so wichtig, dass ich diesen nicht zerreden möchte, oder
zerreden lassen möchte.
Und hoffe auf dein Verständnis.

Liebe Grüsse
Wolfgang
http://www.ethik-portal.de.sr/

"Jan Kuna" schrieb im Newsbeitrag
news:nnafp0l72n2ttgkncduehs2n5lagcom2hf@4ax.com...
> "Wolfgang" :
>>Hei Jan Kuna,
>>Ich möchte nur der Form halber darauf hinweisen,
>>dass nicht ein Zitat von mir stammt.
>
> Das war in diesem Zusammenhang nicht erkennbar.
>
> Ein kurzer Kommentar, falls du anderer Meinung bist, wäre hilfreich.
> Ansonsten gibt es für solche Texte eine eigene NG
>
>>Deshalb grenzt dein Posting wohl schon an (un)absichtliche Fälschung
>
> An welcher Stelle?
>
>>Auch wenn viele zitierte Punkte unterschreiben würde, wenn sie nicht aus
>>dem
>>Zusammenhang gerissen wären und man erkennen könnte, wer denn nun was
>>geschrieben hat.
>
> Wo kannst du das nicht?
>
>
> marten
> --
> Ärzte sind dazu da,den Mangel ihrer Patienten an Wissen
> um den eigenen Körper, der zuweilen tödliche Folgen hat,
> auszugleichen. (Alain de Botton: Trost der Philosophie)
   

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