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 | | From: | Liz Pheromone | | Subject: | "Vakante Genies" am Sonntag im KAP | | Date: | Wed, 08 Dec 2004 11:33:45 +0100 |
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 | Textterror im Wilden Westen
Seit 1999 spielen, reden und kalauern sie sich im Rheinland um Kopf und Kragen, und mittlerweile kennen sie dort jeden bunten Hund: die Vakanten Genies, die sich vom Geheimtipp zu einer festen Größe der regionalen Kleinkunstszene entwickelt haben. Zweimal im Jahr bringen die "Amöben der Dichtkunst" (Pleischenberger Kulturanzeiger) ein komplett neues Programm auf die Bühne. Dabei präsentieren sie einen wüsten Budenzauber, der in der Tat ziemlich einzigartig ist. Respektlos, sarkastisch und ohne Rücksicht auf schützenswerte Minderheiten reitet das quirlige Quintett dabei auf allem herum, was ihm unheilig ist, und da kommt einiges zusammen.
Die fünf "Männer auf verlorenem Posten" (Handelsblatt) bedienen sich in ihrer Show der verschiedensten Elemente aus Kabarett, Lesung und Konzert. Ob sie dabei ihre häufig sinnfreien, manchmal schaurigen, immer skurrilen Geschichten, Moritaten und Szenen vortragen oder aber schmalzige Chansons zum Besten geben, die sich urplötzlich in ein Punkrockstück verwandeln - immer bleibt auch Platz für spontane Einfälle und aberwitzige Kalauer jenseits des guten Geschmacks. Dabei nehmen sich die Herren bisweilen auch gegenseitig gehörig aufs "Korn" (Bäckerblume).
Für ihren Auftritt in Karlsruhe haben sich die postpubertären Paradiesvögel (Bild der Wissenschaft) wieder einmal etwas ganz Mittleres vorgenommen: Sie präsentieren hemmungsfeste Texte mit Melodien, die sofort aus dem Ohr kommen. Dezentrale Themen der Lieder sind begriffsstutzige Schönheiten, uelle Weiterbildung und dickliche Legionäre, um nur einmal alle zu nennen. Und erneut lassen sie es sich nehmen, spannungsentladene Geschichten zu lesen, die die Grenzen zwischen dümmlichen Kalauern und albernen Wortwitzen aufbauen.
Last but least bieten die Vakanten Genies mit "Wilde Westen" ihren ersten Indianerfilm pfeil, der jeden anderen Oberbekleidungsthriller in die Sonne stellt. Und falls am Ende des Hauptprogramms noch Zuschauer anwesend sind, gibt es vielleicht als Zugabe noch den einen oder anderen Titel der ersten CD der Vakanten Genies, die ihnen im Oktober 2003 erschienen ist und seitdem unter dem Titel "Kraut vergeht" den erwartet still dahinplätschernden Absatz findet.
Die Barden beginnen ihr Spiel am Sonntag, 12. Dezember, ab 21 Uhr im KAP in der Kapellenstraße 68 in Karlsruhe.
Das Gastspiel ist eine Veranstaltung des wortkollektivs in der Reihe "lesen und lesen lassen" (in Zusammenarbeit mit der Literarischen Gesellschaft).
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