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 | | From: | Michael Kauffmann | | Subject: | Ars moriendi - Sterbemuster im Wandel der Zeit (16.11.) | | Date: | Thu, 11 Nov 2004 16:59:37 +0100 |
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 | Der Tod - eine Soirée
Oberflächlich gesehen spielt der Tod in unserem Alltag keine große Rolle. Er ist nicht Gegenstand einer wie auch immer geleiteten Auseinandersetzung, anders als Krankenversicherung oder Rente. Es ist schwer, Menschen davon zu überzeugen, dass man einige Vorkehrungen sehr wohl schon in jungen Jahren treffen kann. Wenn Kinder ihre Eltern auf Testamente ansprechen, ist das ein ganz heikles Thema. Wenn man Menschen auf der Straße befragt, welchen Tod sie bevorzugen würden, kommt heute in der Mehrheit: "Fit sein bis ins Alter, das Leben genießen und wenn's am schönsten ist, abtreten, am besten im Schlaf oder so plötzlich, dass man es gar nicht mitbekommt." Das war nicht immer so.
Früher, als die Sterblichkeit viel höher war, und der Glaube an ein Leben nach dem Tod viel prominenter war, haben sich die menschen viel intensiver damit auseinandergesetzt. Anhand von Totenbüchern aus dem Mittelalter, das heißt Anleitungen zum Sterben, und Leichenpredigten aus dem Barock, kann man erkennen, dass den Menschen viel daran gelegen war, richtig gerüstet in den Tod zu gehen. Pest, Krankheit und Krieg spielten eine prominentere Rolle im Alltag, anhand zweier Gedichte wollen wir dem Nachspüren.
"Herr lehre uns, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden", heißt es in der Bibel. Wie kann man klug, oder zumindest sensibel werden? Gedanken zu Psalm 90.
Nach der Pause ein Blick in die Moderne. Der Bericht eines Zivis angesichts eines Leichenschauhauses: wo gehen wir hin? Dann ein Blick in die Künstlernekropole in Kassel. Anlässlich eines Dokumenta-Projekts haben sich Künstler in einem Waldstück in Kassel ihre eigenen Grabmäler gebaut. Zwei von ihnen sind hier nachgebildet. Was haben sie sich dabei gedacht? _____________________________________________________________________________
Dienstag, 16.11., 20 Uhr, FeG, Am Wald 2 (Nordstadt/Neureut-Heide, Bus 70 ab Europaplatz, Haltestelle Heidehof)
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