knowledge-database (beta)

Current group: kiel.umwelt

„Sonne statt Öl" Jetzt wird gebohrt

„Sonne statt Öl" Jetzt wird gebohrt  
Matthias Wetzels
From:Matthias Wetzels
Subject:„Sonne statt Öl" Jetzt wird gebohrt
Date:Wed, 20 Oct 2004 20:40:18 +0200
„Sonne statt Öl" Jetzt wird gebohrt

Dallas auf Hallig Hooge? Etwas Ähnliches könnte man denken, als direkt
vor dem Wattenmeerhaus der Schutzstation Bohrtürme errichtet werden.
Die Suche nach unentdeckten Erdölvorkommen ist aber nicht das Ziel. Die
Arbeiten sind die ersten Schritte des neuen Projektes „Sonne statt Öl"
hin zur Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und dem exemplarischen
Einsatz regenerativer Energieträger auf der Hallig. Mit den Bohrungen
bis in 110 m Tiefe soll die Wärme der Erde für Heizung und Warmwasser
des Wattenmeerhauses genutzt werden.

„Oberflächennahe Geothermie" bedeutet hier kein kochender isländischer
Geysir, aber immerhin konstant 15 ºC warm ist der Boden in 110 m Tiefe
auch im Winter. Mit Hilfe einer Wärmepumpe, die wie ein umgekehrter
Kühlschrank funktioniert, wird dann das Haus versorgt: Die Pumpe
entnimmt Wärme aus dem Erdreich, das dabei abkühlt, und heizt das
Seminarhaus. Auch die Kraft der Sonne soll zur Wärmeversorgung
beitragen. Ihre Energie wird von den Kollektoren auf dem Dach
eingefangen und ebenfalls an eine Wärmepumpe weitergegeben.

Da das Haus hauptsächlich im Sommer von den Seminargruppen genutzt wird,
steht die Wärme dann bedarfsgerecht zur Verfügung. Sollte die Sonne
einmal zu kräftig scheinen, ist das auch kein Problem, die
überschüssige Energie soll in dem Erdkollektorfeld zwischengespeichert
werden. Die Sonne wird auch Strom für das Wattenmeerhaus liefern.
Siliziumzellen auf dem Dach des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes werden
das Sonnenlicht direkt in Elektrizität umwandeln.

Das Energiekonzept des Wattenmeerhauses wurde speziell auf
Halliggegebenheiten zugeschnitten. Das Heizen mit Holzpellets oder
Hackschnitzeln kam z.B. wegen der begrenzten Lagermöglichkeiten auf der
Warft nicht in Frage.

Mit der ebenfalls geplanten Nutzung von Regenwasser für das
Brauchwasser des Wattenmeerhauses kehrt die Schutzstation wieder zu den
Ursprüngen des Halliglebens zurück. Früher wurden die Niederschläge in
einem Soodbrunnen gesammelt und waren die einzigen Quellen für Trink-
und Brauchwasser. Wasser aus dem Hahn gibt erst seit den 1960er Jahren.
Ironischerweise haben sich die ehemaligen Gülletanks des Stalls als gut
geeignet für die Wasserspeicherung herausgestellt.

Mit Ihrem Projekt „Sonne statt Öl" möchte die Schutzstation nicht nur
exemplarisch die Möglichkeiten regenerativer Energieversorgung auf der
Hallig aufzeigen und zum Ersatz der überwiegend auf der Hallig
verwandten Ölheizungen anregen. Gerade die vielen Tausend Gäste, die
jedes Jahr das Haus nutzen, sollen speziell durch eine eigene
Informationseinheit angeregt werden, zu Hause in Ihrem Umfeld ähnliche
Projekte zu realisieren.

Das Gesamtvorhaben im Wattenmeerhaus wird zwar von der Investitionsbank
Schleswig-Holstein und der BINGO-Lotterie gefördert, trotzdem bleibt
noch ein großer Eigenanteil von rund 40.000 € übrig, der aus
Vereinsmitteln aufgebracht werden muss. Wir werden uns im Rahmen einer
gesonderten Aktion an den Freundeskreis des Hauses wenden und danken
schon jetzt im voraus für die tatkräftige Unterstützung des Projekts.

Dipl.Biol.Christof Goetze
SCHUTZSTATION WATTENMEER
Geschäftsstelle
Grafenstr. 23
24768 Rendsburg
Tel. 04331/23622
Fax 04331/25246
e-mail: geschaeftsstelle@schutzstation-wattenmeer.de
http://www.schutzstation-wattenmeer.de

--
Umweltförderung mit einer Mail-Adresse bei
http://www.meeresschutz.de
Spam- und Virenschutz für Ihre eMails
   

Copyright © 2006 knowledge-database   -   All rights reserved