knowledge-database (beta)

Current group: oesterreich.tuvok

Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran

Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran  
Tuvok
 Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran  
Peter Horny
 Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran  
Alexander Marquardt
 Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran  
Andrea Weber
 Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran  
Peter Horny
From:Tuvok
Subject:Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Date:Thu, 06 Jan 2005 08:11:58 GMT
Irgendwie dachte ich mir am Anfang bevor ich ins Kino ging, der Film würde
spannend werden, interessant und gut, weil eben Omar Sharif mitspielt, aber
leider muß ich gleich zu Beginn des Berichtes sagen, das mir der Film nicht
gefallen hat. Ich finde ihn etwas langweilig, zwar anspruchsvoll, teilweise
eine wirklich grausame Geschichte, überhaupt als der Vater den Sohn verließ
und in den Freitod ging, als er von einer Brücke in Marseille stürzte, aber
das spielte sich eher mehr in den Köpfen der Leute ab.



Die Geschichte ist ja nicht übel. In Paris in einer gewissen Rue Bleue lebt
der 12 Jährige Junge, MOSES. Er lebt alleine in der Wohnung mit seinem Vater
der nicht unbedingt ein liebender Vater ist, da er sich wenig um den Jungen
kümmert. Obwohl MOSES fast alles machen kann, und so eine Art Allroundgenie
ist.



Er geht zur Schule, macht den Haushalt, wäscht und bügelt, kocht und
reinigt die Wohnung und nebenbei kümmert er sich ganz deftig um die
Gefühlswelt seiner Fortpflanzungsorgane, da er keine Freundin hat, und für
den Fall seiner ersten Bekanntschaft mit dem schwachen Geschlecht unbedingt
gewappnet sein möchte.



Er sieht wenig TV, bis auf seine Lieblingssendung, Salut les copains. Er
liebt die Rock´n Roll Gesänge, die allerdings in dem Film nicht so gut
waren. Es war nämlich gerade diese Welle von Rock´n Roll die eher nicht gut
klang, und auch nicht besonders Ohrwurmmässig ist. Leider.



MOSES hatte früher einmal eine Mutter, die ist aber verschwunden und hat
Vater und Sohn alleine gelassen. Unter seinem Fenster, in der Nähe ist der
Straßenstrich, wo er schon oft sein Glück versucht hat, aber nie hat sich
eine ihm erbarmt und sich von ihm vögeln lassen obwohl die 30 Francs nicht
viel sind, aber für MOSES und den hart arbeitenden Vater viel zu viel.



Der Bruder ist auch verschwunden, er hat wohl den Vater nicht ausgehalten,
der seit dem immer zu von ihm und seiner Intelligenz schwärmt, dabei aber
vergisst das MOSES auch sein Kind ist. Nie gibt es ein Lob oder eine
Anerkennung, ständig ist er müde von seiner Arbeit, und bis am Ende des
Filmes habe ich nicht in Erfahrung bringen können, auch als ich meine
Freundin sekkierte und Ihr ein paar Nasenhaare auszupfen wollte, freundlich
wie ich bin, was der Vater von MOSES eigentlich arbeitet.



Videotheken oder Kinos gab es wenige, dafür ein Geschäft, einen so genannten
Araber wie ihn viele nennen. Monsieur IBRAHIM (Omar Sharif) der Montag -
Sonntags von 8-24 Uhr ein Geschäft führt, wo man so ziemlich alles bekommt
was man braucht. Er hat einen Stoppelbart und scheint die Gedanken von MOSES
lesen zu können, da er oft weiß was er denkt, und was er für einen Schritt
demnächst plant.



MOSES kauft dort sämtliche Sachen ein, und hin und wieder stiehlt er auch
was, was IBRAHIM irgendwie weiß, aber er sagt nichts.



Mich hat das sehr gewundert, denn IBRAHIIM der an den Koran glaubt, ein Sufi
ist vom Glauben her, meint er kann ein bißchen stehlen und lügen, das hat
meiner Meinung nicht so ganz ins das Bild dieses netten Mannes gepasst.
Obwohl er wieder anders herum gut gepasst hat, da er sich nach einiger Zeit
rührend um den Jungen gekümmert hat, der im Laufe der Zeit die ganzen Bücher
verkauft hat, die sein so intelligenter Bruder verschlungen hat, um mit dem
Geld seine Leidenschaft mit den Huren zu frönen.



In der Zwischenzeit hat MOSES eine Liebesenttäuschung hinter sich, IBRAHIM
nennt ihn immer MOMO, und der Vater hat bei seinem Verschwinden ein bißchen
Geld hinterlassen und eine Liste der Leute die sich um MOSES kümmern können
was der aber nicht nutzt.



Als damals Omar Sharif als Sherif Ali in einem der besten Filme aller
Zeiten, "Lawrence von Arabien" berühmt wurde, war er ein richtiger
charmanter guter Schauspieler, heute ist der 72 Jährige, der 1932 geboren
ist, etwas dick, schwerfällig, und sieht aus als spiele er nur noch damit er
Geld verdienen musst, weil er eben keines hat.



Der Film basiert auf einer Geschichte von Eric-Emmanuel Schmitt die von der
Versöhnung zwischen Juden und Moslems handelt.



Angeblich ist das Buch gar nicht so schlecht und soll sich gut lesen, und es
wird von dem Schmitt Typen noch ein Buch verfilmt, nächstes Jahr, Enigma
heißt es. Obwohl aber Sharif sehr gut in dem Film spielt, abgesehen davon
das ich den Film stinklangweilig fand, und der Junge Moses ein wirklich
guter und begnadeter Schauspieler sein dürfte, so jung und unverbraucht, so
richtig einfach und Laienhaft, aber wirklich sehr gut, alleine schon wie er
schaut, wie er sich bewegt, wie er in seiner Rolle aufgeht, und auch alle
anderen, fand ich den Film einfach nur furchtbar langweilig, und kann ihm
eigentlich keine gute Wertung geben.



Die Musik in dem Film fand ich nicht gut, keine bekannten Ohrwürmer, keine
so gute Musik wie man sie von den Oldies gewohnt ist, einfach nur irgendeine
Musik die niemand kennt. Hauptsache Rock´n Roll.

Was ich auch nicht verstand, das ein 12 Jähriger Junge als 16 Jähriger
durchgehen kann, und Huren flachlegen kann, obwohl diese nur mit 16 Jährigen
schlafen, alles darunter wäre ja Kinderschändung.



Über Schmitt kann ich sagen das er am 28.3.1960 in St.-Foy-les-Lyon geboren
ist, er hat Klavier studiert, in Lyon und Philosophie hat er in Paris
studiert .Er hat eine Dissertation geschrieben über das Thema Diderot und
die Philosophie der Verführung, was sicher stinkfad war, er war zunächst ein
Lehrbeauftragter für das Fach Philosophie an der Universität Besançon in
Frankreich und Chambéry. Anfang der 90 er Jahre hat er als Romancier
gearbeitet, war als Dramatiker beschäftigt, und auch als Autor für das
Theater, Film und TV. Er lebt heute in Paris und auch in seiner 2. Wohnung
in Irland, Geld genug hat er ja. Er ist für viele ein ganz wichtiger
Theaterautor in Frankreich. Es hat noch nie was in Deutscher Sprache
gegeben, über seine Prosa die ihm ja sehr liegt, und das Buch ist das Erste.



Also ich gebe 43 von 100
From:Peter Horny
Subject:Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Date:6 Jan 2005 10:02:22 GMT
"Tuvok" schrieb:

> Er geht zur Schule, macht den Haushalt, wäscht und bügelt, kocht
> und reinigt die Wohnung und nebenbei kümmert er sich ganz deftig
> um die Gefühlswelt seiner Fortpflanzungsorgane, da er keine
> Freundin hat,

An wen erinnert mich das bloß, dass einer keiner Arbeit nachgeht und
mangels anderer Optionen blühende uelle Phantasien hat?
*grübelgrübelundstudier*

Ach, da fällt mir einer ein! Aber nein, DER kann es nicht sein, denn
der macht sich nirgends nützlich und der lernt auch nichts.
From:Alexander Marquardt
Subject:Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Date:Thu, 6 Jan 2005 10:12:38 +0100
Tuvok schrieb:

> Irgendwie dachte ich mir

Und da hätte es Dir schon komisch vorkommen sollen.

> am Anfang bevor ich ins Kino ging, der Film
> würde spannend werden,

[Rest umweltgerecht entsorgt]

Nein. Raffael ist nicht kinosüchtig. Nein, das ist er nicht. Niemals.

Grüßle vom

/Alex/
--
Ich sehe was, was Du nicht siehst: www.jatv.de
Da ist leider kein Kraut gegen gewachsen.
From:Andrea Weber
Subject:Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Date:Thu, 06 Jan 2005 10:08:18 GMT

Alexander Marquardt (ng@jatv.de) tippselte vor sich hin

> Tuvok schrieb:
>
>> Irgendwie dachte ich mir
>
> Und da hätte es Dir schon komisch vorkommen sollen.
>
>> am Anfang bevor ich ins Kino ging, der Film
>> würde spannend werden,
>
> [Rest umweltgerecht entsorgt]
>
> Nein. Raffael ist nicht kinosüchtig. Nein, das ist er nicht. Niemals.

Nein, er hat zurzeit auch überhaupt keinen Frust weil er erkennt, dass er
den Kursen, die er so nebenbei besucht, nicht folgen kann. Nein, er hat
überhaupt keinen Frust..

--
Aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, läßt sich etwas Schönes
bauen.
--Goethe
From:Peter Horny
Subject:Re: Filmkritik: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Date:6 Jan 2005 10:17:11 GMT
"Andrea Weber" schrieb:

> Nein, er hat zurzeit auch überhaupt keinen Frust weil er erkennt,
> dass er den Kursen, die er so nebenbei besucht, nicht folgen
> kann. Nein, er hat überhaupt keinen Frust..

Vielleicht haben sie ihn schon rausgeschmissen, weil er mit seiner
Fragerei alle anderen genervt hat. Jetzt wird es also nichts mit dem
WIFI-zertifizierten Finanz- und Aloe Vera-Berater.
   

Copyright © 2006 knowledge-database   -   All rights reserved