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Filmkritik: Old Boy

Filmkritik: Old Boy  
Tuvok
 Re: Filmkritik: Old Boy  
Peter Horny
From:Tuvok
Subject:Filmkritik: Old Boy
Date:Wed, 12 Jan 2005 15:27:37 GMT
Eines Tages ist OH DAE SU wieder besoffen, und wird einfach gekidnappt, kurz
nachdem er mit seiner Tochter telefoniert, die daraufhin glaubt Ihr Vater
sei tot weil er sich nicht meldet. Er hat lange nicht gewußt, das seine
Tochter wegen ihm in die Schweiz gezogen ist wo sie arbeitet und versucht zu
vergessen das Ihr Vater auf einmal nicht da war.



Der Geschäftsmann wird in einem privaten Penthouse eingesperrt wo er 15
Jahre versucht zu verstehen, wieso ist ihm das passiert und er dreht fast
durch, hat 2 Selbstmordversuche hinter sich, lernt Kampfsport und sieht sich
alles was es zu wissen gibt vom TV ab. Gefüttert wird er täglich durch eine
kleine Luke in seiner Stahltüre.



Das Zimmer hat kein Fenster, und vom TV erfährt er, das er angeblich eine
Frau ermordet hat. Et will nur eines

Rache üben, als er sich unvermutet wieder in der Freiheit findet, und er
trifft in einem Restaurant auf die junge bezaubernde MIDO die sich in ihn
verliebt hat, und ihn zu sich nach Hause nimmt.



Bald nimmt die Liebe uelle Auswirkungen und sie gibt Ihren Job auf um ihm
zu helfen, rauszufinden, wer ihn warum eingesperrt hat, bis sich ein
angeblicher Student meldet, der meint das er sein Studienobjekt war. LEE
WOO-JIN meint er solle rausfinden wieso er eingesperrt war, dann darf er
überleben, aber er hat nur noch 2 Wochen bis zum 5 Juli 2004 Zeit, dann muß
er das Geheimnis wissen sonst erfährt er es nie.



Und so mit kann OH ihn nicht umbringen, und begibt sich mit seiner neuen
Freundin MIDO auf die Suche nach seiner Vergangenheit wo er letzt endlich
auf ein sehr furchtbares Geheimnis dahinter kommt.



In Korea wo der Film herkommt ist der Film ein Kultfilm, in Cannes ist er
mit dem Grand Preis der Jury ausgezeichnet worden, und der 115 Min. Film ist
sehr extrem gedreht, oft sehr grausam, und gefiel mir nicht besonders, nicht
weil man zwischen den Zeilen nachdenken mußte, oder weil die Szenen sehr
schnell abgedreht wurden, die einzelnen Szenen und weil es keine Übergänge
gab, sondern weil der Film eigentlich nicht in das westliche Filmbild paßt.



Die Musik ist passend, bei den einzelnen grauslichen Szenen, ist auch nicht
bemerkbar, und fügt sich rhythmisch in die grausamen Szenen ein, aber sie
gefällt mir nicht. Diese Rachestory in dem Film ist eine ziemlich krankhafte
Verfilmung eines Mannes, der sich selber nicht im Griff hat, und die noch
dazu sehr realistisch abgefilmt wurde. Man sucht oft Spannung, leider
vergeblich, obwohl der Film Spannungsmomente aufweisen kann, da er sich an
Filmen wie "The Game" oder "Mit stählerner Faust" nicht so ganz orientiert,
aber auch nicht ganz wegorientiert.



Der Schnitt wie die Kamera gehen in die Verfilmungsrichtung eines Quentin
Tarantino, also wem der Film "Pulp Fiction" oder ein anderer "Killing Zoe"
gefallen hat, dem wird dieser auch gefallen. Der ganze Film ist so eine Art
Underdog im Filmbusiness. Eine ziemlich innovative Idee wurde nicht nur
grausam sondern auch realistisch umgesetzt. Die Schauspieler spielen
allesamt sehr gut und überzeugend, zwar nicht für meinen westlichen
Geschmack, aber kritisch betrachtet, hat der Film doch ein gewisses Etwas.
Denn die Schauspieler wirken nicht so aufgesetzt wie in Amerika.



Der Regisseur Chan Wook Park der mit "Sympathy for Mr. Vengeance" schon
einen ähnlichen Film abgeliefert hat, hat wohl nichts dazu gelernt bei
seiner neuen Verfilmung. Man wird versucht oft in die Tiefen der Psyche des
Hauptdarstellers Oh-Dae Su zu fallen, wird aber immer wieder rausgerissen
von schnellen Zusammengestückelten Bildern, denen die Handlung dazwischen
fehlt. Als wäre der Film in Wirklichkeit 4 Std. lange oder eine Serie, und
man hat einfach ein paar Szenen rausgeschnitten.



Die Musik paßt zu den krassen Szenen erinnert mich aber ein bißchen an "Eine
wunderbare Welt der Amelie". Viele Kritiker oder solche die sich so nennen,
meinen das der Film ein Meisterwerk ist. Vielleicht weil man sieht wie
Oh-Dae Su im Film einen Typen mit der Hinterseite eines Hammerteiles, dort
wo man Nägel rauszieht, einem Typen die Zähne rausbricht, was man ja nicht
sieht, nur angedeutet. Und das ist doch was seltenes, und wahrscheinlich
geilen sich ein paar kranke Gestalten an dieser Szene auf, ich finde sie
unnütz.



Gefallen hat mir die Geschichte schon, die alte Rachegeschichte, die ist
immer gut, wenn sie gut umgesetzt wird, aber das ganze wird teilweise ein
bißchen langweilig verfilmt dargebracht. Die Emotionen sind schnell, kurz,
bündig, grausam und einfach, und nicht so schön ästhetisch das man sich satt
sehen kann. Von dem Film kann man nicht träumen, sondern nur alpträumen.



Oder die Szene die war auch arg, als Oh Dae Su nach 15 Jahren das erste Mal
ein Restaurant besucht und sich einen lebenden Tintenfisch bestellt den er
runterwürgt, und dann einfach hinfällt und schläft, warum erfährt man erst
viel später im Film, die Auflösung ist gigantisch, das Ende habe ich nicht
verstanden, aber dafür habe ich ja eine Dolmetscherin, die mir Film auf
Gedankenwelle übersetzt, meine Freundin, dafür übersetze ich für sie Liebe
mit Sex.



Das ganze ist übrigens eine japanische berühmte Comicgeschichte, so ein
Mangazeugs, und das wurde mal in 8 Bänden veröffentlicht. Oft spielt der
Film in einem Penthouse wo man den Protagonisten nur TV gucken sieht, das
gleiche Schicksal das sich viele Arbeitslose teilen, die Ihr TV Gerät zur
Freundin gemacht haben.



Ich würde auch sagen das der Film sehr pessimistisch ist, und ja das er
einfach sich keine Regeln setzt und einfach dort hingeht, wo noch keiner
vorhin war, in die Grausamkeit der menschlichen Seele und des Abgrundes der
Racheverwurzelten Gedankenwelt.



Ich kann den Film niemanden empfehlen außer ein paar Leuten die den
Regisseur mögen oder koreanische Filme oder ein paar Splatterfreaks oder
Gorehounds oder irgendwelchen Leuten denen so kranke Filme eh gefallen, mir
hat er nicht besonders gefallen, nur ein wenig von der Geschichte her,
obwohl Kamera, Schnitt sehr schön waren und man nicht merkte dass das ganze
ein Film war.



50 von 100
From:Peter Horny
Subject:Re: Filmkritik: Old Boy
Date:12 Jan 2005 19:52:23 GMT
"Tuvok":

> ...ist ...wieder besoffen,

Schon wieder? Echt arg!

> und wird ... daraufhin ... Vater

Niemals. Dazu gehört ja auch eine Frau, oder?

> Er hat lange nicht ge...arbeitet und

Ungefähr seit seiner Geburt.

> ... versucht zu verstehen,

Tuvok etwas "verstehen" - niemals!

> wieso ist ihm das passiert und er dreht fast durch,

Und wer mit ihm im Wifikurs zu tun hat, dreht völlig durch.

> sieht sich alles was es zu wissen gibt vom TV ab.

Und so ist auch sein Intellekt: Großgeworden mit
Frühstücksfernsehen, Tittenshows und Primitivfilmen.

> Gefüttert wird er täglich

Weil er selber kein Geld verdient, um sich Essen zu kaufen und auch
sonst recht unselbständig ist.

> Das Zimmer hat kein Fenster, und vom TV erfährt er, das er
> angeblich eine Frau ... hat.

Und mit dieser angeblichen Freundin beglückt er die Newsgroups
ständig, wenn er wieder mal einen Kino-Glückshormonschub hatte.

> Et will nur eines

Nach Hause telefonieren?

> ist er mit dem Grand Preis der Jury ausgezeichnet worden,

Und sowohl deine Fremdsprachen- als auch Deutschkenntnisse erhalten
den Preis als "Great Shit".

> und der 115 Min. Film ist sehr extrem gedreht, oft sehr grausam,

Der Kameramann wurde ausgepeitscht?


> und gefiel mir ... nicht weil man zwischen den Zeilen
> nachdenken mußte,


Klar, da geht man unbedarft ins Kino und sitzt unvermutet vor einer
unüberwindbaren Herausforderung.

> sondern weil der Film eigentlich nicht in das westliche Filmbild
> paßt.

Wurde er eventuell im Osten gedreht...? Denk mal scharf nach.


> eine ziemlich krankhafte Verfilmung eines Mannes, der
> sich selber nicht im Griff hat,

Ungefähr so, wie du dein Leben nicht im Griff hast. Das ist auch
ziemlich krankhaft.

> noch dazu sehr realistisch

Ja, das ist traurige Tuvok-Realität. Das Glück ist, dass der Film
nur virtuell ist und real nicht existiert. Aber der virtuelle Tuvok
hat eine reale Entsprechung, das ist der Raffael Segovia.

> Oder die Szene die war auch arg, als Oh Dae Su nach 15 Jahren das
> erste Mal ein Restaurant besucht und sich einen lebenden
> Tintenfisch bestellt den er runterwürgt, und dann einfach hinfällt
> und schläft, warum erfährt man erst viel später im Film, die
> Auflösung ist gigantisch, das Ende habe ich nicht verstanden,

Mit anderen Worten: Das Ende ist für dich gigantisch kompliziert.

> aber dafür habe ich ja eine Dolmetscherin, die mir Film auf
> Gedankenwelle übersetzt, meine Freundin, dafür übersetze ich für
> sie Liebe mit Sex.

Ziemlich primitiv von dir dieser Gedanke. Aber zum Glück für die
weibliche Hälfte der Menschheit ohnehin rein virtuell. Denn du
bekommst keinen hoch und darum auch keine drunter.

> Das ganze ist übrigens eine japanische berühmte Comicgeschichte,
> so ein Mangazeugs, und das wurde mal in 8 Bänden veröffentlicht.

Die du dir gleich 24 mal gekauft hast, weil du sie erst beim dritten
Mal verstanden hast und die vorigen Bücher schon ausgelesen waren...

> Oft spielt der Film in einem Penthouse wo man den Protagonisten
> nur TV gucken sieht, das gleiche Schicksal das sich viele
> Arbeitslose teilen, die Ihr TV Gerät zur Freundin gemacht haben.

Du gehst mitsamt der Glotze ins Kino??? Das ist echt pervers.

Ach ja, der Titel des Films ist für dich Programm: "Old Boy". Mit
deinen 35 Jahren bist du beileibe nicht mehr der Jüngste, trotzdem
aber primitiver im Hirn als jeder Bub.

Peter,
heute ein bisserl schlampig zitierend, weil ich noch keinen ECDL-
Crashkurs im Wifi gemacht habe, aber trotzdem stets das ORIGINAL-
Krikri zitiert habend
   

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