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 | | From: | Gerhard Amberger | | Subject: | Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | 4 Jan 2005 17:58:25 GMT |
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 | Hallo Leute, eine Gefriertruhe wird gewöhnlich bei einer Umgebungstemperatur von 15 bis 20°C betrieben. Nun behauptet jemand, dass z. B. bei einer Umgebungstemperatur von 5°C der Wirkungsgrad sinkt. Stimmt das? Wie ist das physikalisch zu erklären? Bei einer höheren Außentemperatur wäre mir das schon klar... Für sachdienliche Hinweise bedankt sich im Voraus.
-- Gerhard Amberger
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 | | From: | Gernot Zander | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Tue, 4 Jan 2005 21:05:07 +0000 (UTC) |
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 | Hi,
in schule.naturwissenschaften Gerhard Amberger wrote: > eine Gefriertruhe wird gewöhnlich bei einer Umgebungstemperatur von 15 bis > 20°C betrieben. Nun behauptet jemand, dass z. B. bei einer > Umgebungstemperatur von 5°C der Wirkungsgrad sinkt. Stimmt das? Wie ist das > physikalisch zu erklären? Bei einer höheren Außentemperatur wäre mir das > schon klar...
Das Ding macht einen Kreisprozess, dessen Wirkungsgrad hängt (u.A.) von der Temperaturdifferenz ab (je größer desto höher). Aaaber: Der Wirkungsgrad sinkt möglichwerweise, der Energieeinsatz aber auch (weil bei 5 °C weniger Kühlung nötig ist) - und es kommt nur auf den Energieeinsatz an! Zudem hat der Prozess gewisse Grenzen, weil kein ideales Gas benutzt wird wie bei Carnot, sondern (und erst das macht die Kühldinger effektiv) eine Aggregatzustandsänderung beteiligt ist (flüssig/Gas), die geht natürlich nur in einem bestimmten Bereich, d.h. man kann nicht unter -X °C kühlen, weil das Zeug innen sonst nicht mehr verdampft, und man kann nicht bei mehr als +Y °C kühlen, weil das Zeug außen sonst nicht mehr kondensiert. X liegt so um die -30, Y um die 50, abhängig vom Kältemittel. (Und: Eben wegen der Aggregatzustandsänderung, die dabei ist, ist der Wirkungsgrad von der Temperaturdifferenz weit weniger abhängig als bei Carnot. Etwa zu dem Anteil spezifische Wärmekapazität vs. spez. Verdampfungswärme.)
BTW. haben Kühlgeräte einen nominellen Wirkungsgrad über 100% - die transportierte Wärme ist größer als die elektrisch aufgenommene. Das widerspricht nicht dem 1. Hauptsatz, weil ja innen Energie aufgenommen und außen die aufgenommende sowie die elektrisch verbrauchte zusammen abgegeben werden. Daher haben z.B. Klimaanlagen bei 1000 W el. eine Kühlleistung von ca. 3000 W (d.h. innen werden 3000 W aufgenommen, außen dann 3000 + 1000 abgegeben). Das ist beim Kühlschrank auch so, aber ich kenne keine genauen Werte. Die aufgewandte el. Leistung dient gewissermaßen nur der Überwindung des 2. Hauptsatzes.
mfg. Gernot
-- (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!* Kinder sind dann erwachsen, wenn sie nicht mehr fragen, woher sie kommen, sondern verschweigen wohin sie gehen. (Arnold Salenbacher)
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 | | From: | Michael Dahms | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Wed, 05 Jan 2005 09:54:17 +0100 |
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 | Gernot Zander wrote:
> BTW. haben Kühlgeräte einen nominellen Wirkungsgrad über > 100% - die transportierte Wärme ist größer als die elektrisch > aufgenommene.
Im stationären Betrieb ist der Wirkungsgrad einer Gefriertruhe exakt Null und dadurch sinnlos: Die gesamte elektrische Leistung wird in Wärme umgewandelt.
Bitte immer daran erinnern: Der thermodynamische Wirkungsgrad einer Maschine oder Anlage bezieht sich auf den Teil der eingesetzten Leistung, der /nicht/ in Wärme verwandelt wird.
Michael Dahms
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 | | From: | Gernot Zander | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Fri, 7 Jan 2005 17:15:44 +0000 (UTC) |
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 | Hi,
in schule.naturwissenschaften Michael Dahms wrote: > Gernot Zander wrote:
>> BTW. haben Kühlgeräte einen nominellen Wirkungsgrad über >> 100% - die transportierte Wärme ist größer als die elektrisch >> aufgenommene.
> Im stationären Betrieb ist der Wirkungsgrad einer Gefriertruhe exakt > Null und dadurch sinnlos: Die gesamte elektrische Leistung wird in Wärme > umgewandelt.
> Bitte immer daran erinnern: Der thermodynamische Wirkungsgrad einer > Maschine oder Anlage bezieht sich auf den Teil der eingesetzten > Leistung, der /nicht/ in Wärme verwandelt wird.
Sinnvoller IMHO "... der genutzt wird". Ich würde das nicht so eng fassen. Schließlich rechnet man bei Kraftwerken auch gerne die für Heizung usw. genutzte Abwärme mit ein. Richtig ist allerdings, dass die Abwärme bei der Klimaanlage normalerweise nicht genutzt wird:-) Es gibt aber halt eine Energiebilanz, und da wird insgesamt mehr Energie bewegt und abgegeben, als aufgenommen wurde. Meinentwegen nennen wir das anders... Ich würde einer Elektroheizung aber schon einen Wirkungsgrad zugestehen (auch wenn - ja - es nicht sooo streng ist). Schließlich kann man die gesamte Energie nutzen.
mfg. Gernot
-- (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!* type longboolean=(true,false,maybe,perhaps,maybe_not);
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 | | From: | Michael Dahms | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Mon, 10 Jan 2005 08:44:23 +0100 |
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 | Gernot Zander wrote: > > in schule.naturwissenschaften Michael Dahms wrote: > > > > Bitte immer daran erinnern: Der thermodynamische Wirkungsgrad einer > > Maschine oder Anlage bezieht sich auf den Teil der eingesetzten > > Leistung, der /nicht/ in Wärme verwandelt wird. > > Sinnvoller IMHO "... der genutzt wird".
Das hat dann aber nichts mehr mit Thermodynamik zu tun.
Michael Dahms
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 | | From: | Michael Dahms | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Tue, 04 Jan 2005 19:16:24 +0100 |
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 | Gerhard Amberger wrote:
> eine Gefriertruhe wird gewöhnlich bei einer Umgebungstemperatur von 15 bis > 20°C betrieben. Nun behauptet jemand, dass z. B. bei einer > Umgebungstemperatur von 5°C der Wirkungsgrad sinkt.
Eine Gefriertruhe hat keinen Wirkungsgrad.
Michael Dahms
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 | | From: | Gerhard Amberger | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | 8 Jan 2005 18:09:35 GMT |
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 | Gernot Zander wrote:
> Ich kann es nicht belegen, aber ich glaube es nicht, jedenfalls > nicht bei 5°C. Ich meine sogar, der Stromverbrauch ist deutlich > geringer (jedenfalls ist der meines Kühlschranks im Sommer deutlich > höher als jetzt, das habe ich gemessen, Über 2x mehr [weil der
Hallo Gernot, da sind wir ja ganz einer Meinung. Die Aussage kommt von jemandem anderen. Dieser will gemessen haben, dass seine Gefriertruhe bei 20°C weniger Strom verbraucht, als bei 5°C, was diesem scheinbar auch von dritter Seite bestätigt wurde. Am dies zu überprüfen, müsste ich unsere in Gebrauch befindliche Truhe ins Freie befördern - schon wegen des gefährdeten Haussegens keine so gute Idee ;-) Die Leserschaft in dieser NG scheint eher gering zu sein und darum stelle ich diese Frage noch einmal in "de.sci.physik". Also Gernot, nochmals vielen Dank für die Information. mfg
-- Gerhard Amberger
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 | | From: | Peter Niessen | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Sun, 9 Jan 2005 00:07:55 +0100 |
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 | Am 8 Jan 2005 18:09:35 GMT schrieb Gerhard Amberger:
> Gernot Zander wrote: > >> Ich kann es nicht belegen, aber ich glaube es nicht, jedenfalls >> nicht bei 5°C. Ich meine sogar, der Stromverbrauch ist deutlich >> geringer (jedenfalls ist der meines Kühlschranks im Sommer deutlich >> höher als jetzt, das habe ich gemessen, Über 2x mehr [weil der > > Hallo Gernot, > da sind wir ja ganz einer Meinung. Die Aussage kommt von jemandem anderen. > Dieser will gemessen haben, dass seine Gefriertruhe bei 20°C weniger Strom > verbraucht, als bei 5°C, was diesem scheinbar auch von dritter Seite > bestätigt wurde. Am dies zu überprüfen, müsste ich unsere in Gebrauch > befindliche Truhe ins Freie befördern - schon wegen des gefährdeten > Haussegens keine so gute Idee ;-) > Die Leserschaft in dieser NG scheint eher gering zu sein und darum stelle > ich diese Frage noch einmal in "de.sci.physik". > Also Gernot, nochmals vielen Dank für die Information.
Das die Kühltruhe bei 5° weniger nach aussen transportieren muss (es kommt ja weniger hinein) ist ja wohl sonnenklar, und in Sibirien geht der Motor nie an :-) Motto=> Klima schlägt Truhe. Fragt sich nur ob das wirklich relevant ist. Ich denke mal, der Unterschied ist in der Praxis marginal. Da sollte man dann die Experten bei LINDE oder so fragen, die haben das bestimmt gemessen und geben auch Antwort.
Mit freundlichen Grüßen Peter Nießen
-- | -*_O- Cunning Pike With Black Eye
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 | | From: | Gerhard Amberger | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | 11 Jan 2005 17:15:18 GMT |
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 | Vielen Dank für alle Beiträge.
-- Gerhard Amberger
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 | | From: | Gerhard Amberger | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | 6 Jan 2005 11:46:35 GMT |
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 | Sehr schön erklärt, Gernot. Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Die Frage nach dem Wirkungsgrad war wohl etwas unglücklich gewählt. Ich kann Deine Erklärung immer wieder lesen, aber eine Antwort auf meine eigentliche Frage habe ich immer noch nicht. Also, folgende Situation: Eine normale Gefriertruhe (Betriebstemperatur - 20°C) soll bei ansonsten gleichen Randbedingungen einmal bei einer Raumtemperatur von 20°C und einmal bei 5°C betrieben werden. Die Behauptung war, dass bei einer Umgebungstemperatur von 5°C der Stromverbrauch des Gerätes WESENTLICH höher wäre, wie bei einer Raumtemperatur von 20°C. Es geht schlicht um die Hausfrauenfrage, ob es sinnvoll ist, eine Kühltruhe (Kühlschrank) in einen unbeheizten Raum auszulagern. mfg
-- Gerhard Amberger
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 | | From: | Bodo Mysliwietz | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Thu, 06 Jan 2005 18:04:19 +0100 |
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 | Gerhard Amberger wrote:
> Also, folgende Situation: Eine normale Gefriertruhe (Betriebstemperatur - > 20°C) soll bei ansonsten gleichen Randbedingungen einmal bei einer > Raumtemperatur von 20°C und einmal bei 5°C betrieben werden. Die Behauptung > war, dass bei einer Umgebungstemperatur von 5°C der Stromverbrauch des > Gerätes WESENTLICH höher wäre, wie bei einer Raumtemperatur von 20°C. Es > geht schlicht um die Hausfrauenfrage, ob es sinnvoll ist, eine Kühltruhe > (Kühlschrank) in einen unbeheizten Raum auszulagern.
micht düngt auch hier das dazu mal ein thread in dsp (de.sci.physik) gelaufen ist - vielleicht steckt in dem thread was für dich drin: Message-ID:
-- Glück Auf - Bodo Mysliwietz ---------------------------------------- http://www.cneweb.de/home/chemietechnik/
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 | | From: | Gernot Zander | | Subject: | Re: Wirkungsgrad einer Gefriertruhe | | Date: | Fri, 7 Jan 2005 17:21:58 +0000 (UTC) |
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 | Hi,
in schule.naturwissenschaften Gerhard Amberger wrote: > Sehr schön erklärt, Gernot. Vielen Dank für die ausführliche Erklärung. Die > Frage nach dem Wirkungsgrad war wohl etwas unglücklich gewählt. > Ich kann Deine Erklärung immer wieder lesen, aber eine Antwort auf meine > eigentliche Frage habe ich immer noch nicht. > Also, folgende Situation: Eine normale Gefriertruhe (Betriebstemperatur - > 20°C) soll bei ansonsten gleichen Randbedingungen einmal bei einer > Raumtemperatur von 20°C und einmal bei 5°C betrieben werden. Die Behauptung > war, dass bei einer Umgebungstemperatur von 5°C der Stromverbrauch des > Gerätes WESENTLICH höher wäre, wie bei einer Raumtemperatur von 20°C. Es > geht schlicht um die Hausfrauenfrage, ob es sinnvoll ist, eine Kühltruhe > (Kühlschrank) in einen unbeheizten Raum auszulagern.
Ich kann es nicht belegen, aber ich glaube es nicht, jedenfalls nicht bei 5 °C. Ich meine sogar, der Stromverbrauch ist deutlich geringer (jedenfalls ist der meines Kühlschranks im Sommer deutlich höher als jetzt, das habe ich gemessen, über 2x mehr [weil der Motor öfter und länger läuft]). Und bei 5 °C muss der Motor deutlich seltener angehen, weil weniger Wärme durch die Isolierung ins Innere gelangt. Es wird eine Temperatur geben, ab der das Kühl- mittel am Expansionsventil schlechter gasförmig wird, aus dem Bauch heraus würde ich das aber eher bei -30 °C ansiedeln als bei 5 °C. Schließlich siedet das Zeug ja bei -24 °C in Inneren noch. Ich lasse mich jedoch gern belehren, wenn jemand weitere Daten hat.
mfg. Gernot
-- (Gernot Zander) www.kabelmax.de *Keine Mailkopien bitte!* Einer hat keinen Appetit zum Essen, der andere kein Essen zum Appetit.
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